HDMI kommt, DVI stirbt

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Die Marktforscher von InStat prognostizieren den Marktabstieg der ersten digitalen Video-Schnittstelle DVI, während die universellere HDMI-Schnittstelle weiter an Bedeutung gewinnt.

Die Stückzahl der Geräte mit DVI-Schnittstelle wird jährlich bis 2012 um etwa 30 Prozent sinken.Die HDMI-Schnittstelle wird hingegen weiter an Bedeutung gewinnen. Bis 2012 wird die Stückzahl der HDMI-Geräte jährlich um 23 Prozent steigen.

DVI immer noch nicht tot?
Die sinkenden DVI-Verkaufszahlen lassen sich leicht erklären: Die Multimedia-Schnittstellen HDMI und Display Port fressen die DVI-Marktanteile. Vor zwei Jahren prognostizierten die Marktforscher sogar den kompletten Tod der Schnittstelle. Offenbar starb DVI aber nicht so schnell, wie damals vorhergesagt. Der Grund könnten die vielen Alt-PCs mit VGA-Anschluss sein.

Brücke zu Legacy-Monitoren:
DVI kennt eine Variante mit den DVI-A-Buchsen. Mit einem DVI-VGA Adapter können alte VGA-Monitore genutzt werden. Auch HDMI und DVI kennen Adapter, so dass sie häufig noch alte Flimmerkisten mit Bildern beliefern. Bei  Audio-Streams und Kopierschutz werden der Kompatibilität jedoch zunehmend Grenzen setzt.

Wetterscheide HDCP-Kopierschutz:
Mittlerweile setzt sich HDMI aber durch, weil auch sehr günstige Monitore meistens eine HDMI-Buchse besitzen und HDMI ist grundsätzlich mit dem Kopierschutz HDCP ausgeliefert wird, während bei DVI-Geräten der HDCP-Kopierschutz eingebaut sein darf. Kopiergeschütze Medien wie Blu-ray und HD DVD verlangen eine geschlossene Kette von Geräten mit HDCP. Ist ein Gerät in der Kette ohne Kopierschutz, so können die geschützten Medien nicht am Monitor wiedergegeben werden. Den digitalen Kopierschutz nutzt auch Display Port und kennt sogar noch den Kopierschutz DP CP.

HDMI und Display Port:
HDMI ist auch in vielen Unterhaltungselektronik-Geräten verbaut. DVD-Geräte, klassische HiFi-Komponenten setzten auf HDMI, weil digitales Multikanal-Audio damit möglich ist. HDMI 1.2 kann verlustfrei High-End-Audio SACD und mehrere PCM-Audio-Kanäle übertragen. Seit HDMI 1.3 werden Dolby Digital+ (und andere Formate) direkt weitergereicht, ohne vorherige Umwandlung in klassisches Digital-Audio im PCM-Format. Der noch sehr neue und kompakte Display Port konkurriert mit HDMI und ist für die Chipfertiger und Geräte-Bauer etwas leichter zu verbauen. Allerdings sind zur Zeit noch recht wenige Geräte damit ausgestattet.

Zukunft:
Wer neue PC-Geräte kauft, der sollte darauf achten, dass mindestens eine HDMI-Schnittstelle verbaut ist. Eine DVI-A Schnittstelle sorgt für sichere Rückwärts-Kompatibilität zu VGA-Geräten. Eine DVI-Schnittstelle kann Probleme bereiten, wenn Blu-ray und andere kopier- und inhalts-geschützte Medien (Stichwort Broadcast-Flag) betrachtet werden sollen. Wer als Power-User aktuelle Hardware nutzt, der setzt auf Display Port. Viele Hersteller wollen diesen Digitalstandard in Notebooks, Grafikkarten und digitale Monitoren einsetzen. HDMI und Display Port lassen sich darüber hinaus auch mit Adaptern untereinander umwandeln – allerdings verschwindet damit der Nutzwert des deutlich kompakteren Display Ports. (Martin Bobowsky)