Analyse: Historische Chance für Linux – dank Microsoft

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Jetzt oder nie: Die Wirtschaftskrise und das Windows-Vakuum rund um Vista könnten Linux fett voranbringen, wenn die Distris nicht pennen.

Durch das unbeliebte Vista, die künstliche Verknappung von Windows XP und einem Zeitfenster bis Ende 2009 (wahrscheinlich eher 2010) vor dem Erscheinen des Nachfolgers ist das Feld weit offen für eine spürbare Verbreitung von Linux. Dank des Netbook- und Nettop-Booms haben sich die Zahlen ja schon deutlich verbessert. Nun sorgt auch noch Red Hat dafür, dass sich alte Unix-Kunden von ihren Mainframe-Inseln herunterschwingen und in die preisgünstige Linux-Welt einsteigen können.
Die Wirtschaftskrise spielt Linux weitere Trümpfe in die Hand: Teure Hardware-Anschaffungen für ressourcenfressende Betriebssysteme ist bei vielen Unternehmen jetzt nicht mehr drin.
Falls sich die wirtschaftliche Situation noch verschärft, dürfte wohl auch ein teurer Umstieg von XP auf Windows 7 für viele Unternehmen uninteressant werden, egal wie gut die Version dann sein würde. Bis dahin sind natürlich XP und die Hardware in die Jahre gekommen. Aber statt in fette Win-7-Desktops zu investieren, könnten die Kunden auf die Idee kommen, schlanke Nettops mit Doppel-Atom und Linux auf die Schreibtische der Mitarbeiter zu stellen, was deutlich weniger Investition erfordern würde. Auch ließe sich alte Hardware noch eine Weile flott unter Linux nutzen. Wenn die Distributoren jetzt nicht diese historische Windows- und Marktschwäche nutzen, dann wird es wohl nie etwas mit dem Durchbruch. (Nick Farrell/rm)

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