NASA bringt Internet ins All

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Ein interplanetares Internet wolle man schaffen, und der erste Schritt sei nun getan, verkündet die amerikanische Raumfahrtagentur. Mal sehen, wie auf dem Mars irdische Schmuddelbilder ankommen.

Eine Software namens Disruption-Tolerant Networking (DTN) ist das Kernstück des Weltall-Internets – mit seiner Hilfe wurden bei einem ersten Test Dutzende von Fotos zwischen einem NASA-Raumschiff in 32,4 Millionen Kilometer Entfernung und der Erde hin und her übertragen.

Das Software-Protokoll, das mit Verzögerungen, Unterbrechungen und Verbindungsabstürzen im Weltraum fertig werden muss, wurde in einem Partnerprojekt mit Vint Cerf, einem leitenden Google-Mitarbeiter, entwickelt.

Der wesentliche Unterschied zwischen DTN und TCP/IP soll darin bestehen, dass DTN nicht von einer kontinuierlichen Verbindung zwischen zwei Punkten ausgeht, sondern berücksichtigt, dass es zu Unterbrechungen kommen kann, wenn etwa ein Raumschiff sich hinter einem Planeten befindet oder wenn es zu Sonnenstürmen kommt.

Kommt es zu diesen Störungen, werden Datenpakete nicht gelöscht, sondern von jedem Netzwerk-Knoten so lange aufbewahrt, bis eine sichere Verbindung zum nächsten Knoten hergestellt werden kann.

Derzeit befinden sich 10 Knoten in dem rudimentären interplanetarischen Netzwerk, von denen jedoch nur das NASA-Raumschiff Epoxi im All schwebt – der Rest steht auf der Erde und simuliert eine Mars-Landung. [gk]

Sydney Morning Herald