Eine Sicherheitslücke namens Ex-Mobiltelefon

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Gebrauchte Smartphones und Handys können den Vorbesitzer in Schwierigkeiten bringen, warnt eine Studie. Speziell, wenn Firmendaten und sensible Infos im Mobilgerät gesammelt wurden.

Wer vor lauter Freude über sein grandioses neues Spielzeug vergisst, auf dem alten Begleiter seine sensiblen Daten zu löschen oder dies hastig und oberflächlig erledigt, könnte das später bitter bereuen. Das fand eine Untersuchung der British Telecom (BT) heraus, die zwei Universitäten (aus Großbritannien und Australien) beauftragten, insgesamt 161 gebrauchte Mobiltelefone in Onlineshops und ausgewiesenen Secondhand-Läden zu erwerben.

Die anschließende Untersuchung auf verwertbare Datenreste brachte schockierende Ergebnisse an den Tag: Die aktuellen Geschäftspläne eines japanischen Großkonzerns für Europa, Afrika und den Mittleren Osten erfreuten die Profi-Schnüffler. Ebenso Listen der wichtigsten Kunden. Oder delikate Informationen über Mitarbeiter. Persönliches aus dem Leben des Vorbesitzers. Bankverbindungen und Autokennzeichen. Gerade BlackBerrys waren laut Studie ungewöhnlich ergiebig.

“Obwohl ich das gerne sagen würde, war es leider keine Überraschung”, resigniert Studienleiter Andy Jones. Ähnliches kennt man ja schon von gebrauchten Computerfestplatten. Da gerade die teureren Modell der Multimedia-Handys und Smartphones im Secondhand-Handel auftauchen, wollten die Experten wissen, ob es hier genauso bescheiden um die Datensicherheit steht. Die Antwort war ein klares Ja.

“Die Leute machen sich einfach zu wenig Gedanken über das Thema Datensicherheit”, klagt Jones. Trotz der vielen Tipps im Internet und einfacher Löschfunktionen. “Für die BlackBerrys gibt es sogar eine Verschlüsselungsoption. Es ist nur so, dass die Leute sie nicht benutzen.”
Jones fürchtet, dass demnächst noch mehr sensible Daten achtlos mit alten Geräten entsorgt werden, da die Handys ständig mehr Speicherplatz erhalten. (Ralf Müller)