Warum Apple iPhone-Flash nie erlauben wird

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Wer darauf vertraut, dass Apple nur auf ein sattes Adobe-Angebot wartet, um Flash auf dem iPhone zuzulassen, wird wahrscheinlich enttäuscht werden: Man hat es praktisch rechtlich unterbunden.

Obwohl Adobe mit Kräften an seiner iPhone-Version des Flash-Players schraubt, wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Software jemals ihren Weg in den App-Store findet. Egal, ob Millionen Nutzer es erflehen sollten. Apple hat es per AGB (Terms-of-Service-Agreement) praktisch ausgeschlossen: “Eine Applikation darf nicht eigenständig anderen ausführbaren Code installieren oder aufrufen. Unter keinen Umständen. Auch nicht auf dem Wege einer Plug-In-Architektur, Frameworks, APIs oder sonstwie”, heißt es konkret in Absatz 3.3.2 des iPhone SDK-Agreements, dem ein jeder Entwickler zuzustimmen hat. Diese Bestimmungen zerrte übrigens gerade erst WikiLeaks ans Licht der Öffentlichkeit.

Auch strategisch ist Apples Haltung natürlich nachvollziehbar — ob akzeptierbar, müssen auf Dauer die Kunden entscheiden — denn Flash ist ja selbst eine Entwicklungsplattform. Würde Apple sie zulassen, wäre die Dominanz und Totalkontrolle über Hardware und Software auf dem iPhone futsch. Von Flash aus könnten externe Programmierer alle möglichen Eigenentwicklungen einbringen, die Apple nie zu sehen kriegen würde und die auch keinerlei Umsatz im App-Store einbrächten. Hinzu kommt: Via Flash wären auch Musik, Videos und Filme distribuierbar, so dass Apples iTunes-Umsätze gefährdet wären. Aus Konzernsicht also lauter gute Gründe, Adobe die Tür nicht aufzuschließen. Oder höchstens gegen eine Milliarden-Kompensation, die sich Adobe sicher nicht leisten will oder kann. (rm)

Wired

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