Gibt es staatliche Hilfe für Qimonda?

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Der hochdefizitäre Speicherchiphersteller erhofft sich vom Bundesland Sachsen einen warmen Geldregen.

In den Verhandlungen zwischen Infineon-Tochter Qimonda AG und dem sächsischen Wirtschaftsministerium gehe es laut Financial Times angeblich um eine beachtliche Hilfszahlung von wenigstens 300 Millionen Euro. Noch scheint unklar, ob die Finanzspritze in Form einer Bürgschaft, eines Kredits oder als Firmenbeteiligung des Landes realisiert werde.

Qimonda beschäftigt in Dresden 3.000 Leute. Durch die Marktpreis-Achterbahn bei den Speicherchips steckt das Unternehmen schon länger in die Krise (zuletzt 1,48 Mrd. Euro Verlust), weshalb der Münchner Mutterkonzern Infineon sich bislang erfolglos bemühte, Qimonda zu verkaufen. Daher war die Zentrale auch nicht bereit, weiteres Geld in die ungeliebte Tochter zu investieren.

Die Banken sehen das ähnlich. Also könnte die Staatshilfe nötig sein, um eine denkbare Insolvenz abzuwenden. Allerdings sind schon die EU-Wettbewerbshüter aufmerksam geworden. Deren Einspruch wäre am ehesten durch eine Beteiligung des Landes Sachsen am Unternehmen zu verhindern. Das wäre ja auch nichts Neues, denn von 2000 bis 2004 besaß man schon einmal Anteile am Dresdner Werk. (Ralf Müller)

Financial Times