Netbooks retten den PC-Markt

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Die PC-Hersteller haben im dritten Quartal 2008 über 17 Millionen PCs in Westeuropa verkauft. Die Steigerung von über 24 Prozent verdanken sie vor allem den Netbooks.

Genau genommen gibt es für PC-Hersteller keinen Grund zum Jubeln. Denn der Absatz von Desktop-PCs in Westeuropa sank in den ersten drei Quartalen 2008 um drei Prozent. Ziemlich schwierige Situation also. Wären da nicht die Netbooks. Der Boom bei den Mobilen beschert dem PC-Markt zweistellige Zuwachsraten von mehr als 24 Prozent. Das geht aus jüngsten Zahlen des Marktforschungsinstituts Gartner hervor.


Acer verdankt seine Marktführerschaft vor allem der Mitte 2008 eingeführten Netbook-Reihe »Aspire One«. (Bild: Acer)

Acer erstmals PC-Marktführer
Dank dem verstärkten Absatz der Mini-Notebooks konnte Acer erstmals an HP vorbeiziehen und ist jetzt mit knapp 25 Prozent Marktanteil und über 4,2 Millionen verkauften Geräten die Nummer eins. Auf Platz zwei liegt HP mit über 3,5 Millionen verkauften PCs und einem Marktanteil von 20,7. Dahinter folgt Dell mit 11,6 Prozent und über 1,9 Millionen Rechnern.

Am stärksten konnte der taiwanische Hersteller Asus vom Netbook-Hype profitieren: Dessen Marktanteil explodierte förmlich von 2,7 auf 6,4 Prozent und über 1,1 Millionen verkauften PCs. Toshibas Marktanteil mit 5,4 Prozent blieb nahezu konstant.

Absatz von Desktop-PCs sinkt
Trotz der wirtschaftlichen Krise hat die Nachfrage im Consumer-Markt zugenommen, während das Firmensegment im dritten Quartal einen Zuwachs von fünf Prozent erreichte, wobei der Absatz von Desktop-PCs um drei Prozent sank.

In Deutschland konnten die Hersteller im dritten Quartal 2008 insgesamt 3,35 Millionen PCs verkaufen, was einem Wachstum von 24,8 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Quartal entspricht. »Dies ist in Zeiten von Rezession und Unsicherheit ein sehr starkes Ergebnis«, erklärte Meike Escherich, Principal Analyst bei Gartner.


Der Asus Eee PC – hier das neue Modell S101 – hat den Netbook-Boom ausgelöst – und dem Hersteller ein rasantes Wachstum beschert. (Bild: Asus)

Das Wachstum war vor allem mobilen PCs geschuldet, deren Absatz inzwischen 63 Prozent des Gesamtmarkts ausmacht und um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstieg. Der Desktop-Markt wuchs hingegen nur um zehn 10 Prozent.

Finanzkrise schwächt PC-Markt kaum
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen die Analysten von Canalys, die für den EMEA-Markt, also Europa plus Naher Osten und Afrika, ein Wachstum von über 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei 28,3 Millionen verkauften Einheiten feststellten. Bisher habe sich die weltweite Finanzkrise auf dem PC-Markt noch nicht bemerkbar gemacht.

Mit Prognosen für das kommende Jahr sind die Marktforscher allerdings vorsichtig. Ein wiedererstarkter US-Dollar könnte zur Stabilisierung und in der Folge zum Anstieg der PC-Preise im Euro-Raum beitragen. Bei den Netbooks geht Canalys aber wie auch Gartner von einer weiterhin positiven Entwicklung aus.
(Stefan Girschner/mt)

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