Noch mehr Spitzeleien bei der Telekom

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Wie die Staatsanwaltschaft nach Auswertung von Telekom-Daten festgestellt hat, wurden beim rosa Riesen offenbar auch Betriebsräte und Mitarbeiter bespitzelt.

Nach den zahlreichen Datenpannen kündigte die Deutsche Telekom vor einigen Wochen an, beim Datenschutz künftig eine offenere Kommunikationspolitik zu fahren und teilt nun mit, dass die Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse über die missbräuchliche Nutzung von Telefon-Verbindungsdaten erlangt hat. So wurden offenbar nicht nur Journalisten und Aufsichtsräte überwacht, sondern auch Betriebsräte und weitere Mitarbeiter.

»Ich habe bereits von einem monströsen Angriff auf die Pressefreiheit und die Mitbestimmung gesprochen. Dass auch Betriebsräte bespitzelt wurden, die unter dem Schutz der Betriebsverfassung die Arbeitnehmerrechte wahren und das besondere Vertrauen der Belegschaften genießen, gibt den ungeheuerlichen Vorgängen eine zusätzliche Dimension der Anstößigkeit«, sagte der neue Datenschutz-Vorstand der Telekom, Manfred Balz. Man werde unverzüglich auf die geschädigten Personen zugehen, sobald deren Namen bekannt seien.

Die Staatsanwaltschaft hat die Betroffenen bereits benachrichtigt. Da die Deutsche Telekom bei ihren internen Untersuchungen aus straf- und datenschutzrechtlichen Gründen die Anschlussinhaber nicht selbst ermitteln darf, wurden die Verbindungsdaten zur Auswertung der Staatsanwaltschaft übergeben. (Daniel Dubsky)