Mit vollen Taschen in Washington

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Klar sind Politiker dem eigenen Gewissen, den Wählern, ihrer Partei und dem Guten und Schönen sowieso verpflichtet. Aber wer mag schon Nein sagen zu ein wenig Förderung?

Und so schwärmen auch die IT-Lobbyisten in Washington mit gut gefülltem Portemonnaie aus. Da sie ihr Treiben aber zumindest in den USA offenlegen müssen, kann der geneigte Staatsbürger schon herausfinden wer wen schmiert, pardon, bei der Meinungsfindung unterstützt.

Die größte Spendierhose hat wie kaum anders zu erwarten Microsoft an: Allein im dritten Quartal des Jahres haben die Redmonder 2 Millionen Dollar für die Erleuchtung von Politikern ausgegeben – fast soviel, wie Google in den gesamten ersten neun Monaten locker gemacht hat.

Das Reinbuttern in die Politik hat sich für Microsoft nach Meinung von Experten aber auch gelohnt – dass der Google/Yahoo-Deal gekippt ist, wird auch als Resultat erstklassiger Lobby-Politik gewertet.

Woraus Google jedoch zu lernen scheint – auch wenn das Washington-Engagement noch nicht so groß ist wie das von Microsoft, hat die Firma dieses Jahr bereits mehr Geld ausgegeben als im gesamten Vorjahr.

Und schließlich darf man auch nicht vergessen, dass MS und Google gelegentlich ja auch an einem Strick ziehen: Bei dem Kampf um die Freigabe nicht genutzter Frequenz und für die Reform der US-Patentgesetze konnte man die beiden Unternehmen Schulter an Schulter kämpfen sehen … [gk]

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