Indischer Technologiekonzern drängt nach Europa

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Der viertgrößte IT-Dienstleister des Subkontinents sucht Wachstumspotentiale in Europa. Erste Stopps: Frankreich und Deutschland.

Satyam Computer sucht gerade in unserem Nachbarland nach Übernahmezielen. Die Inder haben äußerst ehrgeizige Pläne gefasst, denn sie wollen schon in zwei Jahren 30 Prozent ihrer Umsätze in Europa erzielen. Dafür müssten sie in kürzester Zeit etliche IT-Firmen in mehreren Ländern aufkaufen. Insbesondere mittelständische Firmen mit 5 bis 50 Millionen Jahresumsatz seien dabei als Übernahmeziele interessant, wie Satyam-Europachef Peter Heij bestätigt. Gleich nach Frankreich sei Deutschland an der Reihe. Hier arbeitet Satyam bereits mit E-Commerce-Spezialist Intershop und der Firma Telstra zusammen.

Die Zeit für weitere Firmenzukäufe scheint günstig. Zum einen sind Firmen derzeit wieder vergleichsweise günstig, zum anderen dürfte es insbesondere mittelständischen Firmen derzeit schwer fallen, zu günstigen Konditionen an neue Kredite zu kommen. Eine Chance für Satyam, sich als finanzkräftiger Partner ins Spiel zu bringen. Die weitere Einkaufsroute führe die Inder dann nach Skandinavien und Osteuropa.

Derweil verriet ein ehemaliger Satyam-Manager dem Wirtschaftsblatt Business Line, dass sich der IT-Spezialist bereits auf schwierigere Zeiten einstelle und insbesondere teures Personal abbaue bzw. es durch kostengünstigere Mitarbeiter ersetze. Nachweisbar hat die Satyam Computer Services Ltd. die personelle Expansion zurückgefahren. Ursprünglich wollte man in diesem Fiskaljahr 15.000 neue Stellen schaffen, doch nun werden es laut Satyam nur noch 10.000 zusätzliche Jobs. Dennoch sollen Umsatz und Gewinne gegenüber dem Vorjahr weiter anziehen. (Ralf Müller)

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