Java wird zum Einfallstor für Microsoft

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Praktisch unbemerkt hat der Softwarekonzern einen seiner wichtigsten Deals an Land gezogen: Über Java soll sich künftig MSN Live Search wie die Pest verbreiten.

Eigentlich sah das Rennen gegen Marktdominator Google verloren aus (63 zu 8,3 Prozent in den USA laut ComScore). Doch der Konzern aus Redmond fand einen frischen Ansatz und einen neuen Partner: Sun Microsystems stimmte gestern vertraglich zu, dass bei jedem künftigen Download einer Java-Software eine Suchbox von Microsoft gleich mit angeboten werde. Zum Glück werden die Kunden gefragt, ob sie die Toolbar von MSN Live Search haben wollen – es werde ihnen nicht ungefragt untergejubelt, versprechen die beiden Konzerne.

Da Java weltweit auf geschätzten 800 Millionen Rechnern und damit auf rund 90 Prozent der installierten Basis vorhanden ist, könnte diese Maßnahme dem Suchmaschinen-Business von Microsoft wieder Leben einhauchen. Immerhin registriert Sun pro Monat zwischen 10 und 100 Millionen Downloads. Eine Nutzerbasis, die sich in früheren Zeiten schon Yahoo und Google zunutze gemacht hatten. Welche Summen Microsoft an Sun abdrücken wird, wurde geheim gehalten. Für den in Schwierigkeiten steckenden Server-Hersteller — 1,7 Milliarden Dollar Verlust im vorigen Quartal — ein willkommener warmer Regen. (Ralf Müller)

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