Handel: Kurzschluss bei Circuit City

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Die Krise fordert ein erstes großes IT-Opfer: Der zweitgrößte Elektronikhändler der USA hat soeben Insolvenz angemeldet. Das könnte sich auf die Bilanzen so manchen Herstellers auswirken.

Obwohl Circuit City jüngst angekündigt hatte, mindestens jede fünfte seiner Filialen schließen zu wollen sowie 17 Prozent der US-Belegschaft zu kündigen, schlugen die finanziellen Schwierigkeiten schneller zu als die Sparmaßnahmen. Daher rettete sich der IT-Händler in den Schutz von Chapter 11, um im Insolvenzverfahren zu versuchen, den Konzern doch noch zu stabilisieren.

Der marktführende Elektronikhändler Best Buy kündigte bereits an, darüber nachzudenken, einige der Circuit-Standorte übernehmen zu wollen, weiß Analyst Dan Binder von Jefferies & Co zu erzählen. Auch sei es wahrscheinlich, dass sich Circuit wohl von mehr als den angekündigten 20 Prozent seiner Läden wird trennen müssen.

Eventuell kauft sich auch ein IT-Konzern die Marke und/oder ein paar Hundert der Shops, mutmaßt Binder. Das größte Problem für die Elektronikkette sei momentan die Verknappung von brauchbaren Krediten auf dem Markt. Das hat auch schon der kleinere Konkurrent Tweeter zu spüren bekommen, der vorige Woche ebenfalls Chapter 11 anmeldete. (Ralf Müller)

Reuters

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