Symantec: Oktober-Virentrends 2008

SicherheitSicherheitsmanagementVirus

Der Sicherheitsspezialist Symantec berichtet, was in der Malware-Branche derzeit besonders angesagt ist. Im Oktober ist der Spam-Anteil bei E-Mails sogar zurückgegangen.

Der Viren-Spezialist gibt in seinem neuesten Report noch keine Entwarnung (PDF): Der absolute »Weltmarktanteil« von Spam- gegenüber normalen Mail-Verkehr liegt nun bei »nur noch« 76 Prozent. Das ist im Vergleich zu früheren Spitzenwerten von 83 Prozent ein deutlicher Rückgang. Gefährlich ist aber ein anderer Trend: Cyber-Kriminelle versuchen seit September 2008 viel häufiger an eine Spam-Mail gleich noch einen Virus oder einen Trojaner zu hängen. Als Themen lieben die Spammer vor allem Internet und Finanzmeldungen, aber auch Gesundheit ist immer noch sehr populär.

Bildergalerie

Weltmarktanteile:
Die USA ist die Nummer 1 mit einem Weltmarktanteil von 29 Prozent aller versendeten Spam-Mails. Die Türkei stößt als Nummer 2 mit 8 Prozent an die Weltspitze noch vor Russland mit einem Anteil von 7 Prozent. Bei den Bot-Netzen mit infiltrierten Fremd-PCs (Zombie) führt die Türkei sogar mit einen Anteil von 12 Prozent aller Zombie-Rechner. Gleich dahinter taucht Brasilien als neue Mittelmacht auf. Die Brasilianer kommen auf einen Zombie-Anteil von 9 Prozent. Russland ist auch hier die Nummer 3 mit einem Anteil von 8 Prozent.

Spezielle Oktober-Trends:
– Der Oktober war geprägt von den US-Wahlen. Fake-Seiten führen teilweise auf verseuchte Webseiten mit Trojanern und anderer Schad-Software.
– Symantec führt an, dass die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika und die Olympischen Spiele in London ihre ersten Schatten werfen. Hier dürfen vermeintliche »Lotto-Gewinner« ihre Daten den Cyber-Kriminellen preisgeben.
– Image-Spam nimmt wieder zu: Image-Spam sind Text-Botschaften auf Bildern. Diese grafischen Botschaften haben zur Zeit einen Anteil von 9 Prozent. Die Trickbetrüger nutzen den Image-Spam vorwiegend für Phishing-Angriffe auf Bank-Kunden.

Deutschland:
Deutsche Mail-Nutzer werden laut dem Report in der letzten Zeit verstärkt angegriffen. Die Spammer verschleiern ihre Herkunft mit Leerzeichen und Sonderzeichen in der URL. Diese Methode macht es Spam-Filtern schwer die dubiosen Werbebotschaften herauszufiltern. Wer als Empfänger diese abgeänderten URLs per Hand herauskopiert, um an die vermeintlich wertvollen Produktinformationen heranzukommen, der ist auf dem Leim der Cyber-Kriminellen gegangen.

Generell gilt bei Mails immer noch: Nicht jeder Link und Bild ist vertrauenswürdig. Vor allem sind unerwartete Nachrichten von Unbekannten und ungewöhnliche Mitteilungen von Freunden/Bekannten mit Vorsicht zu genießen. Ein aktueller Viren- und Malware-Blocker als weitere Sicherheitsstufe gehört in jeden PC. (Martin Bobowsky)