Sicherheit: Trojaner und Adware in Deutschland

NetzwerkeSicherheitVirus

Eine neue Sicherheitsstudie von Microsoft kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Malware-Angriffe einen finanziellen Hintergrund haben. Die Studie analysiert auch die Sicherheitslage in Deutschland.

Trojaner und Adware (19,5 Prozent) gehören zu den meist verbreiteten Malware-Schädlingen in Deutschland. Fast 50 Prozent aller Infektionen werden durch Trojan Downloaders oder Trojaner verursacht, knapp 20 Prozent durch Adware. Das geht aus einem Security-Report hervor, den Microsoft jetzt veröffentlicht hat.

Der zweimal jährlich veröffentlichte Security Intelligence Report (SIR) gibt einen Überblick über die Sicherheitslage weltweit und basiert dabei laut Microsoft auf den Daten von hunderten Millionen Computern weltweit. Allerdings nur Windows-Computern, da Microsoft nur Angriffe oder Malware-Infektionen zählt, die auf die eigenen Systeme treffen.

Elegante Grafik, tückischer Inhalt: Trojaner und Adware machen die häufigsten Malware-Angriffe in Deutschland aus. (Grafik Microsoft)

Online-Angriffe mit kriminellem Hintergrund
Die aktuelle Variante des fünften Security Intelligence Report (SIR) kommt zu dem wenig überraschenden Fazit, dass der Anteil der Online-Kriminalität mit finanziellem Hintergrund im ersten Halbjahr 2008 deutlich gestiegen ist.
Zugleich gebe es aber auch weniger Sicherheitslücken im Betriebssystem.

Das dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Microsoft nach anhaltender Kritik an Windows XP die Bemühungen um mehr Sicherheit im Betriebssystem massiv verstärkt hat. Allerdings führt das nicht dazu, dass die Bedrohungslage sich entspannt hätte.

Die Malware-Weltkarte zeigt die Infektionsrate in den verschiedenen Regionen. (Bild: Microsoft)

Infektionsrate in Deutschland steigt
Weltweit ist die Anzahl der Schadprogramme in der ersten Hälfte 2008 um über 43 Prozent. In Deutschland ist die Infektionsrate im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 um knapp 20 Prozent gestiegen.

Dabei zielen die Angriffe immer stärker auf Anwendungen und weniger auf das Betriebssystem. Denn angeblich betreffen 90 Prozent der entdeckten Schwachstellen die Applikationen und nur zehn Prozent Betriebssysteme.

Schwarzer Peter für Software-Hersteller
Wenn auch die Angaben sicher stimmen, so ist die Absicht dahinter klar: Microsoft schiebt den Schwarzen Peter für Sicherheitsprobleme an die Software-Anbieter weiter. Diese müssten ihre Programme besser absichern, Microsoft hätte beim Betriebssystem seine Hausaufgaben schon gemacht, so die versteckte Botschaft.

Trotzdem enthält der lesenswerte Bericht eine Reihe spannender Infos über die Sicherheitslage weltweit. Der komplette 150-seitige Bericht kann auf der Webseite von Microsoft als PDF heruntergeladen werden.
(Mehmet Toprak)

Weblinks
Microsoft Security Portal
Microsoft Sicherheitsreport SIR