DVB-T für Internetzugang und Datenservices

Netzwerke

Die Europäische Union plant seit 2002, das digitale terrestrische TV auch als Datendienst fürs Internet zu nutzen. Vor wenigen Tagen ist bei Bonn der Testbetrieb gestartet worden.

Gedacht ist der neue Dienst für Regionen, die keine breitbandige Internetzugänge haben. Die Frauenhofer Arbeitsgruppe FOKUS ermöglicht nun mit DVB-T im Bonner Testgebiet Datenraten von 18 MBit pro Sekunde, was deutlich schneller ist als UMTS mit 384 KBit pro Sekunde. Da DVB-T als Übertragungsstandard verwendet wird, muss der Nutzer einen Rückkanal über Handy oder andere Geräte haben. Der Vorteil gegenüber Mobilfunknetzen: es sind wesentlich weniger DVB-T-Sender zur flächendeckenden Abdeckung notwendig als bei den hochfrequenten 3G-Netzen.

DVB-T-Datendienste sollen zukünftig auch für intelligente Verkehrs-Info- und Verkehrsführungsdienste genutzt werden. Das Projekt DAIDALOS (Designing Advances Network Interfaces for the Delivery and Administration of Location independent, Optimised personal Services) beschäftigt sich mit der Vernetzung heterogener Computersysteme (PDF).

Die Vernetzung soll für den Nutzer wie aus einem Guss wirken, so dass es für sie ohne Belang ist, welche Art von Datennetz das Verkehrsführungssystem auf den aktuellen Stand hält (Flash-Animation).

Die T-Systems bündelte in dem europäischen DAIDALOS-Projekt die Aktivitäten vieler europäischer Partner (PDF). Für Deutschland arbeiteten BMW, Comnac, DLR, Eurescon, das Fraunhofer Institut (FOKUS), Siemens sowie die Brunswicker, Stuttgarter und Ulmer Uni an diesem internationalen Projekt. Sogar Unternehmen aus der VR China und Singapur sind daran beteiligt. (Martin Bobowsky)