Roboter singen in schönstem Einklang

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Es mag keine Neuigkeit sein für die aufmerksamen Beobachter des samstagabendlichen Fernsehprogramms der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Aber immerhin könnten die ja vielleicht noch ein paar Euro einsparen, wenn sie künftig statt Florian Silbereisen plus Playback nur noch einmal eine Blechkiste im Schwiegermutterliebling-Look erwerben müssten.

Vielleicht aber ließe sich das, was der britische Forscher Eduardo Miranda entwickelt hat, gar nicht einmal auf diese Situation übertragen – immerhin hat seine Arbeit mit zumindest künstlicher Intelligenz zu tun.

Miranda hat nämlich zwei Roboter mit einer Software ausgerüstet, die die menschliche Stimme nachahmt, und sie mit Mikrophon und Kamera als Ersatz  für Augen und Ohren versehen. Einer der beiden  beginnt die Session, indem er sechs willkürlich gewählte Noten von sich gibt, worauf der andere mit einer eigenen Tonsequenz reagiert.

Der erste Roboter vergleicht die beiden “Melodien”, und wenn sie sich ähneln, nickt er. Was wiederum der zweite sieht und zum Anlass nimmt, sich die Einstellung zu “merken”, die zu diesem wunderbaren Einklang führten. Findet Blechkiste Nr. 1, dass die Tonfolgen nicht stimmig sind, schüttelt er den Kopf, und Nr. 2 streicht die Einstellung von der Liste.

Mirandas erstes Versuchsduo bringt es immerhin bereits auf 20 gemeinsame “Songs”, was es zwar noch nicht zur Eröffnungsgala eines Mübelmarktes Möbelmarktes qualifiziert, aber zumindest einen Auftritt in einer Nachwuchs-Show sichern sollte. Und eines sollte den beiden den unaufhörlichen Aufstieg zumindest aus Veranstaltersicht sichern: Koksen und saufen werden sie so bald nicht … [gk]

New Scientist