Blu-ray-Kopierschutz vollständig geknackt

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Für beide Kopierschutzmechanismen der blauen Scheiben stehen nun Open-Source-Hacks zur Verfügung. Damit rückt ein Blu-ray-Support für Linux und Mac-OS endlich in greifbare Nähe.

Ein Foren-Mitglied des Portals Doom9 hat es geschafft den erweiterten Blu-ray-Kopierschutz BD+ zu knacken. Es ist bereits seit einer ganzen Weile möglich diesen Schutzmechanismus mit illegalen Tools wie AnyDVD HD zu knacken. Diese sind aber erstens nicht erlaubt und zweitens Closed-Source. Mit einer Open-Source-Lösung kommen auch Linux-Jünger demnächst in den hochauflösenden Genuss. Selbst für das multimediaaffine MacOS gibt es bislang keine Blu-ray-Hard und -Software.

BD+ errichtet eine Art kleine virtuelle Maschine und dekodiert so die Inhalte der blauen Scheiben. Entdeckt die virtuelle Maschine einen unerlaubten Zugriff riegelt sie ab und sperrt den Content. Einem Mitglied des Doom9-Forums namens »Oopho2ei« ist es gelungen diese virtuelle Maschine in einer Java-Umgebung zu emulieren. Damit lässt sich der BD+-Kopierschutz aushebeln.

Blu-ray-Scheiben verfügen über zwei Kopierschutz-Mechanismen: BD+ und AACS (Advanced Access Content System). AACS wurde bereits Anfang 2007 mit einem Universal-Schlüssel umgangen. Der Hack sorgte damals in der Branche für Furore, da der Kopierschutz bis dahin als unknackbar galt. BD+ war immer das Schlagargument, der Blu-ray-Fraktion gegenüber dem HD-DVD-Lager. Im Gegensatz zur HD-DVD hatten die blauen Scheiben einen zusätzlichen Schutz vor Raubkopierern. Diese angebliche Sicherheit war mitunter der Grund für den Fall der HD-DVD. (Maxim Roubintchik)