iPhone-Firmware 2.2: Noch immer Einfallstor für Fremdsoftware

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Apples Mobiltelefon hat den Markt aufgemischt. Allerdings mischt auch der Markt Apples Handy-Plattform auf: noch immer laufen nicht-lizenzierte Programme auf dem iPhone. Das ist schön für die Nutzer, aber auch ein Sicherheitsrisiko.

Apple aktualisiert derzeit die Firmware für seine iPhones auf Version 2.2, aber immer noch können nicht lizensierte Programme auf den Geräten laufen. Die Kollegen von Crunch Gear sprechen dabei von »Jailbreaking«. Apple war in der Vergangenheit stets bemüht, die eigene Plattformen rein zu halten: nur eigene beziehungsweise zertifizierte Software sollte auf dem Gerät laufen und der Apple-Store die einzige Vertriebsplattform sein.

Konkurrenz-Plattformen:

Der Apple-Fan mag sich fragen, was denn so negativ ist, wenn Fremdsoftware auf dem Gadget ihrer Wahl läuft. Es hilft doch der Verbreitung ihres Life-Style-Produkts. Andere Plattformen wie Symbian haben sich bewusst geöffnet oder sind von Anfang an darauf ausgerichtet Fremdsoftware laufen zu lassen. Das macht etwa die Attraktivität von Googles Android-Plattform aus.

Closed-Source gegen Sandboxmodell:

Genau hier treten aber auch zwei verschiedene Sicherheitsphilosophien auf: Die Android-Plattform kapselt die verschiedenen Software-Module untereinander ab. Falls auf dem Google-Handy eine Software-Sicherheitslücke klafft, dann ist nicht die komplette Plattform unterwandert. Bei Apple hingegen sollte eine strenge Vorauswahl und kontrollierte Vertriebsplattform Sicherheit garantieren. Die verschiedenen Softwaremodule laufen jedoch nicht in einer Sandbox, so dass eine Sicherheitslücke in der Software sofort das ganze Handy unsicher macht. Glaubt man dem Online-Magazin Crunch Gear, dann arbeitet Apple zur Zeit nicht besonders eifrig daran, dieses Jailbraking zu unterbinden.

Features als Verkaufsargument?

Es hat den Anschein, dass Apple es in Kauf nimmt, unlizensierte Software laufen zu lassen, wenn dadurch die iPhones noch vielseitiger und somit attraktiver werden. Jailbreaking hilft womöglich dem Verkauf, wenngleich es umstritten ist, ob Jailbreaking noch legal oder schon illegal ist. Die Gefahr ist jedoch, dass Schad-Software auf die Handys gelangt. Der iPhone-Nutzer muss diese nicht einmal bewusst einspielen –  es reicht aus, wenn er auf unsicheren Webseiten surft, die im HTML-Code entsprechende Malware und Schadcode verstecken. (Martin Bobowsky)