Kein Geld für Green IT

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Alle reden über umweltfreundliche IT-Ausstattung. Richtig Geld ausgeben will aber keiner dafür. eweek-Analyst Jim Rapoza ist sicher: Ohne Preissenkungen wird Green IT ein leeres Schlagwort bleiben.

Ökologisch korrekt will heute jede Firma sein. Denn schließlich kann sich ein »grünes Image« letzten Endes beim Umsatz positiv bemerkbar machen. So kommt es, dass auch IT-Manager, die sonst nicht gerade zu den Öko-Aktivisten zählen, von Green IT schwärmen.
Ein Problem gibt es dabei aber. Geld. In praktisch allen Produktkategorien ist Technik, die besonders energieeffizient arbeitet, deutlich teurer.

Natürlich sind die PCs oder Server der neuen Generation ohnehin sparsamer im Umgang mit Energie als die älteren Produkte. Aber das macht sie noch lange nicht zu Öko-PCs.

Echte Energiespar-Technik ist teuer
Meiner Meinung nach müssen Geräte, die wirklich als ökologisch fortschrittlich gelten sollen, mit ganz neuen Konzepten arbeiten. Das macht sie eben teuer. Dazu muss man sich nur mal einige echte Beispiele ansehen. Den Elektrosportwagen Tesla zum Beispiel können sich nur die Superreichen wirklich leisten. Aktuelle Autos mit Hybrid-Auto sind deutlich teurer als herkömmliche Benziner.

Die Esprimo Energy Saving Edition von Fujitsu Siemens ist als besonders energiesparender PC für den professionellen Firmeneinsatz gedacht. (Bild: Fujitsu Siemens)

Das gilt auch für die IT. Egal, ob neuartige Brennstoffzellen fürs Datenzentrum oder intelligente Powermanagement-Systeme, die neue Technik ist wesentlich kostspieliger als herkömmliche Geräte.
Die darauf ist immer die gleiche: »Klar, kostet Green IT in der Anschaffung mehr, aber durch die Energieeinsparungen, bekommt man das Geld ja mit der Zeit wieder zurück.«

Unternehmen denken kurzfristig
Das ist zwar durchaus logisch, aber die meisten Unternehmen besitzen heutzutage nicht mehr Weitblick als bis zur nächsten Bilanz. Dasselbe muss man von CIOs und anderen Topmanagern sagen, die oft nicht mal sicher sind, wie lange sie noch bei ihrer Firma bleiben.

In dieser Umgebung ist es natürlich viel besser, wenn der CIO sagt: »Sieh mal, wie viel Geld wir in diesem Quartal gespart haben, indem wir kein Geld für Green IT ausgegeben haben«, als wenn er sagen würde, »Wir haben jetzt zwar eine Menge Geld für Green IT ausgegeben, aber keine Sorge, in zwei Jahren haben wir alles wieder reingeholt.«

PC-Komponenten sparen Energie
Natürlich gibt es auch die ein oder andere grüne Erfolgsgeschichte. Kompakte Energiesparlampen ersetzen die alten Glühbirnen in Wohnzimmern und Büros. Auch bei PC-Komponenten wie Mainboards oder Prozessoren ist Energiespartechnik angesagt. Diese Produkte sind aber deshalb so erfolgreich, weil sie nicht viel teurer sind als herkömmliche Komponenten.

Der HP Footprint Calculator errechnet CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Kosten der Druckerflotte in Unternehmen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich in diesem Bereich mehr bewegt und vor allem, dass die Preise weiter sinken. Denn wenn es um das Thema Geld für Green IT geht, dann halten die meisten Unternehmen ihre Brieftasche fest geschlossen.
Zum Autor: Jim Rapoza ist Chief Technology Analyst bei eWeek.com.
(Übersetzung: Mehmet Toprak)

Weblinks
HP Footprint Calculator