Gewinnschmelze: Sony steckt in der Währungsfalle

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Der japanische Konsumelektronikriese hat kräftig Gegenwind: Schwache Nachfrage und starker Yen nahmen den Konzern in die Zange.

Im zurückliegenden Quartal erlebte die Sony Corp. einen schmerzhaften Profiteinbruch: Minus 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stürzte der Nettogewinn ab, auf umgerechnet knapp 170 Millionen Euro. Daran hatte vor allem eine kräftige Aufwertung des Yen (= Währungsverluste) einen großen Anteil, verteidigte sich das Management. Da Sony etwa 75 Prozent seiner Erlöse im Ausland erwirtschaftet, macht der Umtausch in die Heimatwährung einen kräftigen Teil der Gewinne zunichte.

Starke Konkurrenten und Wirtschaftsabschwung setzten dem ohnehin angeschlagenen Elektronikriesen obendrein mächtig zu. Die Entwicklung der letzten Wochen reicht womöglich aus, um das gesamte Geschäftsjahr zu ruinieren. Neulich schon setzte das Management eine Umsatz- und Gewinnwarnung ab.

Mit einer runden Milliarden Euro wird wohl in 2008 nur noch gut die Hälfte jener Summe in der Firmenkasse landen, mit der man ursprünglich gerechnet hatte.
Nach Sony-Angaben leide man vor allem in den Bereichen LCD-Fernseher, Digitalkameras und Camcorder unter der schwachen Konjunktur. Verbraucher scheuen zunehmend den Kauf der Elektrogeräte des Hauses. Neben der Elektroniksparte schwächelte auch die Konzernabteilung der Finanzdienstleistung. Durch einen Absatzschub von plus 10 Prozent konnte die Unterhaltungssparte von Sony ihren Verlust auf etwa 300 Millionen Euro halbieren. Zum Teil ist das den sinkenden Herstellungskosten der Playstation 3 zu verdanken. (Ralf Müller)

Electronista