Datenschutz: Schlechte Noten fürs europäische Schulsystem

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Gestern endete in London die RSA-Konferenz 2008. Auf dieser Konferenz treffen sich Sicherheitsexperten aus den verschiedensten IT-Sicherheitsbereichen. Die waren sich einig: Das Thema IT-Sicherheit kommt in der Schule viel zu kurz.

Die Kollegen von VNU.net Großbritannien berichteten ausführlich über dieses internationale Branchentreffen. Dort kritisierten Fachleute vielfach, dass der normale Konsument wenig Sicherheitsbewusstsein hat. Dies liegt aber auch daran, dass die Institution Schule die Schüler nicht auf die digitalen Gefahren im Computer-Alltag vorbereitet:

VeriSign:

Der VeriSign-Manager Ken Silva behauptet in seiner Position als Technology Officer, dass »Schulen bei den Schülern ein Vakuum in Sicherheitsfragen hinterlassen«. Wenn Informatik unterrichtet werde, dann sei Datenschutz und der sichere Umgang mit Rechnern und Internet kein Thema. Internationale Kampagnen für Sicherheitsgurte im Auto und gegen Rauchen waren möglich, da sollten seiner Meinung nach internationale Datenschutz-Initiativen für den Konsumenten ebenso möglich sein.

Lloyds Bank:

Mark Stanhope, ein bekannter Sicherheitsmanager der Lloyds TSB Bank, pflichtet dieser Aussage bei:»Wenn nichts in der Schulbildung zur IT-Sicherheit unternommen wird, dann stehen die Experten in 20 Jahren vor dem gleichen Problem wie heute«.

PGP:

Jamie Cooper, ein Sprecher von PGP, sieht ein Publikationsproblem. Es gäbe schon Schulungen und Portale zu Sicherheitsfragen. Leider seien diese Informationen in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Seiner Ansicht nach braucht Sicherheits-Software intuitiv nutzbare Oberflächen. Verschlüsselung sei derzeit unüblich in weiten Kreisen der Bevölkerung. Mit einem leicht bedienbaren »Software-as-a-Service«-Modell könne sich das ändern, vorausgesetzt die Komplexität dahinter bleibe dem Nutzer verborgen.

Standort Deutschland und Datenschutz:

Deutschland stand nicht im Fokus der britischen Kollegen. Es gibt durchaus staatliche Ansätze zu einer Verbraucherschulung für Sicherheitsfragen. Hierzulande ist das Bundesamte für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für derartige Kampagnen und IT-Fragen zuständig. In Zusammenarbeit mit den Datenschutzbeauftragten der Bundesländern wird diesen aktuellen internationalen Forderungen rudimentär nachgekommen. Die Personaldecke ist jedoch recht knapp gehalten, gegenüber anderen deutschen Ämtern auf Bundes- und Landesebene. (Martin Bobowsky)