Callcenter-Mitarbeiter rächt sich an Bankkunden

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Callcenter sind nicht nur für millionenfache Datenpannen gut. Auch die gezielte Manipulation von Daten ist spielend leicht möglich – wie George Bates erfahren musste, nachdem er dem Mitarbeiter eines Callcenters eine schlechte Bewertung gegeben hatte.

Der Callcenter-Mitarbeiter irgendwo im südlichen Indien machte kurzerhand sein Bankkonto zu und ließ seinen Unmut aus, indem er Bates’ persönliche Daten bei der britischen Bank “The Abbey” auf fantasievolle Weise änderte: Er machte aus dem 23-jährigen und unverheirateten Engländer Bates einen 33-jährigen geschiedenen Ugander. Als weitere Folge der Datensabotage schluckte der Geldautomat die Bankkarte, und sechs Abbuchungen platzten.

George Bates beschwerte sich bei einem Bankmanager. Er bekam zu hören, seine Kontodetails seien geändert worden, und er schulde der Bank nunmehr 60 Britische Pfund.

Wie Bates berichtet, hatte der Callcenter-Mitarbeiter einen indischen Akzent gehabt, und die Verbindung sei so schlecht gewesen, dass er ihn kaum verstehen konnte. Er habe “arrogant und unverschämt” geklungen und ihn sogar gedrängt, ihm bei der automatischen Umfrage nach dem Gespräch eine hohe Bewertung zu geben. Der verärgerte Bankkunde vergab die niedrigste. Er hatte zunächst angerufen, um seine Überziehungsgrenze wegen unerwarteter Zahlungen zu erhöhen. Bei einem zweiten Anruf wollte er noch ein wenig mehr erhöhen, doch eine Regel der Bank besagte, dass nur eine Anpassung am Tag möglich sei.

Die Abbey-Bank, die zur spanischen Santander-Gruppe gehört, hat George Bates inzwischen die Strafgebühren von 60 Pfund erstattet und eine Entschädigung angeboten. Der frustrierte Bankkunde lehnte jedoch ab: “Ich bin nicht glücklich mit dem Service und der Tatsache, dass sich Abbeys Callcenter in Indien befindet. Sie haben mir 200 Pfund als Entschädigung angeboten, aber das halte ich nicht für eine gute Entschuldigung. Ich musste mir reichlich Arbeitszeit freinehmen, was mich den Lohn für mehrere Tage kostete, und der ganze Stress hat mir echt zu schaffen gemacht.”

(nik)

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