Apple-Kritik wurde zum Eigentor für Intel

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Nicht nur deutsche Institutschefs hauen verbal daneben, auch Intel-Manager beherrschen diese Kunst: Eine Attacke gegen das iPhone ging prompt in die Hose. Nun kroch man öffentlich zu Kreuze.

Intel-Führungskräfte lästerten vorige Woche während des Intel Developer Forums in Taipei über das langsame Browsing mit dem iPhone, da es ja bloß ein ARM-Prozessor nutze und keinen Intel-Chip. “Nimm irgendeine Applikation, die etwas Dampf braucht, schon kriegt das iPhone Probleme”, äzte Vizepräsident Shane Wall. Und weiter: “Wenn man das ganze Internet haben möchte, dann muss man eben mit Intel arbeiten.” Pankaj Kedia, Direktor der Mobility Group, ergänzte: “Nicht Apple ist Schuld an den iPhone-Lieferproblemen. Die wurden ausgelöst durch Zulieferer ARM.”

Solche Aussagen kamen weder im Hause Apple gut an, wo man sich explizit für Intel-Prozessoren in den Notebooks und Desktops entschieden hatte, noch bei der Konzernspitze von Intel. Jene veranlasste mittlerweile eine offizielle Entschuldigung: “Die Äußerungen, die in Taiwan gemacht wurden, sind unangemessen, Intel-Repräsentanten sollten Entwicklungen von Kunden nicht kommentieren”, rügte Spartenchef Anand Chandrasekher seine Untergebenen. Und ließ auch gleich noch ein gekünsteltes Hohelied über das tolle iPhone und seine aufregende Geschäftsmöglichkeiten ab. Wo er gerade dabei war, gab er bei der Gelegenheit noch zu, dass Intels Mobilchips mehr Strom verbauchen als die der Konkurrenz. “So weit sind wir noch nicht.” (Ralf Müller)