CCC warnt erneut vor dem Einsatz von Wahlcomputern

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Ende September wurde in Brandenburg gewählt – in einigen Kommunen auch per Wahlcomputer. Die schlimmsten Befürchtungen seien übertroffen wurden, berichtet nun der Chaos Computer Club.

Wahlcomputer stehen schon lange in der Kritik, da sie anfällig für Manipulationen sind. Das belegen regelmäßig die Beobachtungen des Chaos Computer Club, der bei Wahlen in den Wahllokalen vor Ort ist, um die Probleme zu dokumentieren. Bei der Wahl in Brandenburg am 28. September sei es wegen der Geräte ziemlich chaotisch zugegangen, berichtet man nun. So hätte es nicht nur Technikausfälle gegeben, sondern die Benutzerführung sei zu komplex gewesen. Einige Wähler brauchten Leselupen, um die Beschriftung zu erkennen, andere Hilfe bei der Stimmabgabe. Im Ergebnis hätte es lange Wartezeiten gegeben und einige seien dadurch sogar von der Wahl ausgeschlossen worden.

»Wer geglaubt hatte, bei den bisherigen Beobachtungen schon alle Möglichkeiten des Versagens dieser Risikotechnik gesehen zu haben, konnte noch unangenehm überrascht werden«, zieht CCC-Sprecher Dirk Engling das Fazit. »Die Wahlcomputer waren eine Zumutung für die Wähler und eine Nervenprobe für die Wahlhelfer.«

Dazu kommt: es gab auch wieder reichlich Raum für Manipulationen. Laut CCC wurden die Wahlcomputer nachts in ungesicherten Zimmern gelagert und waren nicht versiegelt. Die Module mit den Wahlergebnissen wurden nach der Wahl ohne Aufsicht transportiert. (Daniel Dubsky)