Ebay Deutschland zieht weiter

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Es ist der weltweit zweitgrößte Markt des Auktionators, aber die Geschäfte sollen demnächst von außerhalb betrieben werden. Das Marketing aus Zürich, die Technik von London aus. Zugleich nervte eine neue peinliche Technikpanne die Ebay-Kunden – ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt?

Die erste Welle von Kündigungen ist bereits raus. Die deutsche Zentrale im Berliner Europarc Dreilinden dürfte bald ziemlich verwaist sein, wenn der von Konzernboss John Donahue verfügte Restrukturierungsplan durchgezogen wird. Ein Insider verrät: „Alle Organisationseinheiten in anderen Ländern werden abgeschafft und nach Zürich und London verschoben. Damit wird Ebay Deutschland operativ faktisch zugemacht.” In Dreilinden zurück bleibt der Kundenservice, für den europaweit 900 Mitarbeiter zuständig sind. Ein paar PR-Leute dürfen auch bleiben, schließlich muss jemand noch erklären, was das soll.

Besagte Insider interpretieren es als Machtkampf, den der deutsche Ebay-Chef Groß-Selbeck verloren habe. Er werde vermutlich noch die Umzugswagen bestellen und dann selber weiterziehen.

Wie der Zufall es wollte, trat zeitgleich eine unangenehme technische Panne auf, die bei Ebay tätige Händler eine neue Abmahnwelle befürchten lässt. Ihre Ebay-Seiten zeigten die vorgeschriebenen Widerrufsbelehrungen nicht mehr an, statt dessen erfolgte sogar die gegenteilige Belehrung: “Der Verkäufer nimmt diesen Artikel nicht zurück.”

Selbst Löschen half nicht, denn Abmahnungen sind auch nach beendeter Auktion noch möglich. Das technische Problem soll inzwischen gelöst sein, doch gibt ein Ebay-Händler zu bedenken: “Jedoch muss beachtet werden, dass einige Wettbewerber Ihre Auktionen bereits ausgedruckt haben.”

(rrr)

Wirtschaftswoche

Hannover Zeitung

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