Krisenbewältigung: VMware probiert es mit neuer Struktur

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Der Virtualisierungsspezialist zieht sich am eigenen Schopfe aus dem Sog des Wirtschaftsabschwungs.

Drei Monate nach Amtsantritt will VMware-Boss Paul Maritz für gute Stimmung sorgen: Er kündigte gestern Abend Änderungen in Firmenstruktur und Geschäftsvorgängen an, um sein Unternehmen aus allen wirtschaftlichen Wirren herauszuführen. Es sei ohnehin an der Zeit, aus einem wildwachsendem Start-Up nun einen soliden erwachsenen Software-Anbieter zu formen, ist der CEO überzeugt.

Für die Umbauphase hat der Boss längst einen Einstellungsstopp ausgerufen, der noch bis ins Jahr 2009 hinein gelten werde. Maritz will VMware in diverse Business-Einheiten gliedern und zum Beispiel die Forschung/Produktentwicklung als separates Geschäft führen. Außerdem sollen die Verkaufsabteilungen künftig in geographische Regionen unterteilt werden.

Ganz behutsam möchte der Manager das Unternehmen in frische Geschäftsfelder jenseits der Virtualisierungssoftware führen. Es seien etwa Betriebssysteme für Datenzentren oder Lösungen im Netzwerk- und Speicherbereich angedacht. Auch sonst gibt sich der neue CEO betont vorsichtig. So kündigte er für das erste Quartal 2009 einen schrumpfenden Umsatz an – ein absolutes Novum in der zehnjährigen Firmengeschichte. Ob er damit den Kursverfall der VMware-Aktie aufhalten kann? Das Papier verlor in diesem Jahr fast 80 Prozent seines Wertes. (Ralf Müller)