Börse straft Amazons Umsatzsteigerung ab

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Die Bilanz zeigt schwarze Zahlen, dennoch straft die Börse Amazon ab. Die Prognosen für das nächste Quartal sind zu vage.

Amazons Gewinn im dritten Quartal 2008 lag mit 154 Millionen US-Dollar über den Erwartungen. Ein Jahr zuvor lag der Gewinn bei 123 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen legte an Umsatz knapp 2 Milliarden US-Dollar zu, was einer Steigerung von 33 Prozent entspricht. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der Versender eine Steigerung zwischen 24 und 31 Prozent, was 18,46 bis 19,46 Milliarden US-Dollar entspricht. Auf dem US-Markt konnte Amazon immerhin 29 Prozent höhere Umsätze zum dritten Quartal erzielen.

Dennoch spricht die Financial Times nun von einen Kurssturz in Höhe von 14 Prozent im nachbörslichen Handel. Die Umsatzerwartungen für das Weihnachtsquartal sind sehr vage gehalten: Der Versender hält einen Ergebniseinbruch im vierten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahresquartal von bis zu 46 Prozent für möglich. Wenn es gut im nächsten Vierteljahr läuft, dann ist aber auch eine 13 prozentige Steigerung möglich. Analysten erwarteten ein Wachstum von 24 Prozent bei einem Umsatz auf 7,05 Milliarden US-Dollar. Amazon hingegen spricht von Umsätzen zwischen 6 und 7 Milliarden bei einem erwarteten Gewinn von 145 bis 305 Millionen US-Dollar.

Amazon konzentriert sich nicht mehr nur auf direkten Versandhandel, sondern bietet sich auch als IT-Dienstleister im Bereich Cloud Computing an: Amazon Web Services (AWS) ist das Dach für Amazon Elastic Block Store (Amazon EBS), eine Storage-Dienstleistung, und Amazon Elastic Compute Cloud (Amazon EC2). Über den Service können Firmen seit gestern regulär Rechenleistung nach Bedarf mieten. (Martin Bobowsky)