Schlagseite: Sony steckt in Schwierigkeiten

Allgemein

Um im Bild zu bleiben: Der angeschlagene Japandampfer schlingert durch schwere See und zieht Wasser.

Böse Konkurrenten, Wirtschaftsabschwung und starker Yen (= Währungsverluste) setzen dem ohnehin angeschlagenen Elektronikriesen mächtig zu. Die Entwicklung der letzten Wochen reiche aus, um Sony das gesamte Geschäftsjahr zu ruinieren. Vorsorglich setzte das Management eine Mayday-Meldung ab und schockte vorhin die Märkte mit einer deftigen Umsatz- und Gewinnwarnung. Mit umgerechnet 1,16 Milliarden Euro verbleibe nur noch gut die Hälfte jener Summe in der Sony-Kasse, mit der man ursprünglich gerechnet habe. Vor allem das explosive Abwärtstempo des Konzerns beunruhigt die Märkte.
Nach Sony-Angaben leide man vor allem in den Bereichen LCD-Fernseher, Digitalkameras und Camcorder unter der schwachen Konjunktur. Verbraucher scheuen zunehmend den Kauf der Elektrogeräte des Hauses, jammern die Japaner. Und schieben den Schwarzen Peter auch gleich der bösen Konkurrenz zu, denn asiatische Billighersteller hätten Sony die Geschäfte mit den Flachbildschirmen versaut. Wie gemein.
Schuld trägt natürlich auch der böse Markt, denn der habe den Yen gegenüber Euro und US-Dollar in gefährliche Höhen getrieben. Da Sony etwa 75 Prozent seiner Erlöse im Ausland erwirtschaftet, macht der Umtausch in die Heimatwährung einen kräftigen Teil der Gewinne zunichte. Und die Talfahrt geht weiter, denn die Währungsrealität hat das Sony-Zahlenwerk schon längst wieder unterboten – um die Kleinigkeit von fast 20 Prozent. Womöglich bleibt am Jahresende nicht einmal die angepeilte Milliarde übrig…

Financial Times

ARD