Ungesunde Handys – aber nicht wegen der Strahlung

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Die Gelehrten streiten nach wie vor darüber, ob die Mikrowellen im Hirn der Telefonierer Schaden anrichten. Derweil haben Mediziner ein definitives Handyrisiko aufgedeckt: Nickel.

Frauen achten nicht von ungefähr auf nickelfreien Schmuck. Auch Mobiltelefone können Kontaktallergien auslösen, warnen gerade Dermatologen – konkret der Verband BAD (British Association of Dermatologists). 1 Gramm Nickel kann toxisch sein. Allerdings ist Nickel in seiner soliden harten Form oder auch als Salz normalerweise ungefährlich. Doch bei längerem Hautkontakt kann sich Nickel lösen und eindringen. Daher sei die Nickel-Allergie eine der am häufigsten auftretenden Vergiftungen, bestätigt die renommierte Mayo Clinic. Daran war bislang überwiegend verunreinigter Billigschmuck Schuld. Doch BAD (gelungenes Akronym!) zitiert eine noch junge Studie, nach der die Symptome einer Allergie im Gesicht von Mobiltelefonierern auftraten. Spontane Testmessungen bei über 20 Handys ergaben bei etwa der Hälfte der Geräte Spuren freien Nickels auf den Gehäuseoberflächen. Der Verband spürte noch weitere dermatologische Studien auf, die ähnliche Folgen bei den Dauertelefonierern registrierten. Übrigens sollen etwa 30 Prozent der Bevölkerung auf Nickel allergisch sein, mit zunehmender Tendenz. Wie das Nickel in die Gehäuse oder in den Oberflächenlack geraten ist, damit haben sich die Mediziner natürlich nicht beschäftigt. Auch verdächtige Marken oder Modelle nennen sie nicht beim Namen. (rm)

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