IT-Branche beklagt weiter Fachkräftemangel

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Zumindest die deutsche IT-Branche scheint die Finanzkrise nicht voll zu treffen. Hier gibt es weiterhin rund 45 000 offene Stellen und Klagen, dass diese kaum zu besetzen seien, da Fachkräfte fehlen.

Laut einer Untersuchung des Branchenverbandes Bitkom suchen deutsche Firmen derzeit etwa 45 000 IT-Experten. 19 000 der offenen Stellen entfallen auf die ITK-Industrie selbst, 26 000 IT-Jobs auf andere Branchen. »Die Finanzkrise hatte bis dato offenbar kaum Einfluss auf den Arbeitsmarkt für IT-Experten«, erklärte Bitkom-Präsident Scheer. »Die Zahl der offenen Stellen liegt sogar leicht über Vorjahresniveau.«

Die meisten Jobs haben derzeit Software-Anbieter und IT-Dienstleister zu besetzen: gesucht werden Software-Entwickler, Projekt-Manager und IT-Berater. Doch die sind rar – die Branche beklagt weiter einen Mangel an Fachkräften. Bei der Bitkom-Umfrage gaben immerhin 46 Prozent der ITK-Unternehmen an, einen Fachkräftemangel zu spüren. Ein Drittel erklärte, offene Stellen nur schwer besetzen zu können und ein Viertel konnte gar keine geeigneten Bewerber finden. »In absoluten Zahlen handelt es sich um rund 11 000 Stellen, die gar nicht oder nur schwer besetzt werden konnten«, so Scheer. Der volkswirtschaftliche Schaden betrage rund 1 Milliarde Euro.

Es fehlt vor allem an hochqualifiziertem Personal, denn zwei Drittel der ITK-Firmen suchen ausschließlich Mitarbeiter mit Hochschulabschluss. Beim Bitkom geht man zwar davon aus, dass sich der Expertenmangel mit der abflauenden Konjunktur etwas entschärft. Verschwinden werde er allerdings nicht, da es sich um einen demografisch bedingten, strukturellen Engpass handele, der durch Fehler im Bildungssystem hervorgerufen werde. (Daniel Dubsky)