Ebay stoppt Island-Auktion

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Immerhin 12,5 Millionen Euro wurden für das Land geboten, das so gut wie pleite ist. Aber die Ebay-Manager verstanden mal wieder keinen Spaß.

Hätte es nicht vielleicht die Rettung Islands bedeuten können, das in der globalen Finanzkrise strudelt und sich derzeit nur noch mit russischen Finanzspritzen über Wasser hält? Vielleicht hätte ein russischer Oligarch tief in die Taschen gegriffen, noch wesentlich mehr geboten und der Insel eine strahlende Zukunft beschert? Und auch deutsche Sparer hätten hoffen können, schon bald an ihre Gelder zu kommen, die Islands Kaupthing-Bank mit dem Versprechen hoher Zinsen zu sich lockte.

Der Anbieter hatte bei der britischen Ebay-Plattform 99 Pence angesetzt und versprach dafür ein ganzes Land: “Island befindet sich auf dem Mittelatlantischen Rücken im Nordatlantik. Den Bieter, der den Zuschlag erhält, erwarten eine bewohnbare Umgebung sowie Islandpferde, allerdings auch eine etwas unklare finanzielle Lage.”

Die Angebotsbeschreibung enthielt auch noch einen Bereich mit Fragen und Antworten wie etwa: Bieten Sie eine Versicherung gegen Vulkanausbrüche / Erdbeben? Kann meine Zahlung eingefroren werden? Akzeptieren Sie Barzahlung?

Die isländische Sängerin Björk sollte ausdrücklich nicht mitverkauft werden. Es fanden sich dennoch 26 Bieter, die 84 Angebote abgeben konnten, bevor Ebay die Reißleine zog. Womit es für Island gelaufen wäre.

(rrr)

Telegraph