Nvidia wirft 270, 290, GX2 ins Grafikkartenrennen

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Im November soll AMD die Grafikkrone verlieren. Aber ob das auch klappt, mit der Nvidia-Technik?

Wie bei jedem anständigen Wagenrennen im Circus Maximus gibt es nicht nur Schnellere und Langsamere, sondern auch und vor allem jede Menge Tricks, faule und solche, die uns zum Schmunzeln bringen. Unser aktuelles Lieblingsrennen ist nicht so sehr das der CPUs, wo AMD im laufenden Jahr nicht viel zu bieten hatte, sondern das der Grafikchips, wo dieselbe Firma gegen den früher übermächtigen Konkurrenten Nvidia in mehreren Disziplinen Erster an der Lorbeerausgabe war. Nun hält Nvidia gegen, oder sagt es zumindest, und unser lieber (und in weiten Teilen der Industrie verhasster) Kollege Charlie Demerjian hat freundlicherweise zusammengetragen, wo man den Rössern maulaufschäumende Kräuter gegeben hat, und wo wirkliche Grafikleistung drinsteckt. Und das meiste weiss er von den emsigen taiwanischen Stallarbeitern und ihren “versehentlich” zu früh veröffentlichten Preislisten.

Also erfahren wir, dass das wenig durchsetzungsstarke GeForce-Duo 260/280 zwei grössere Geschwister bekommen soll, 270 und 290, dazu eine Doppel-GPU-GX2, die dann gegen die AMD ATI 4870X2 antritt. Viel Glück, rufen wir den neuen Gespannen zu, weil sie ja eigentlich nur einen Die-Shrink zwischen den Naben haben, durch den 55nm-Herstellungsprozess. Charlie rechnet uns fix vor, dass dadurch gerade mal 10 % Stromverbrauch und damit Hitze eingespart, aber keine grundsätzliche Leistungssteigerungen erzielt werden. Die neuen Versionsnummern, um mal im allegorischen Bild zu bleiben, beschreiben also eigentlich nur eine Ziege im Schafspelz. Um sicherzustellen, dass die GX2 im November alles wegfegt, was mit AMD und ATI beschriftet ist, muss sie werksseitig hochgetaktet werden. Das bedeute, so Rennaufseher Demerjian, einen Stromverbrauch von 300 bis 350 Watt, für eine Doppelchipkarte dieses Bautyps. Enorm, nicht wahr?

Die Performance-Krone könnte damit kurzzeitig an Nvidia gehen, aber nur, bis es eine ähnlich frisierte Radeon zu kaufen gibt. Schlimmer Nebeneffekt: Wie Kollege Demerjian aufgrund von mit chinesischem Akzent zugeflüsterten Herstellungskosten überschlägt, lässt sich Nvidia langsam aber sicher in ein Zuschussgeschäft drängen, die gesamte 200er-Serie, so der Grafik-Controller aus UK, sei zu teuer in der Herstellung, um noch Profit abzuwerfen. Mal sehen, wie das ausgeht. [fe]

Inq UK