Asterisk: Softwarebasierte Telefonanlage
No Risk mit Asterisk

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Asterisk ist eine auf Linux basierende VoIP-Telefonanlage mit enormen Fähigkeiten. Die deutsche British Telecom und die Telekom AG nutzen sie ebenso wie der Internet-Provider 1&1 und das Bundesjustizministerium. Die weltweit größte Installation steht in Brasilien: Dort verwaltet ein Mobilfunkanbieter 120.000 Anschlüsse.

Anforderungen an Asterisk

Fast 600 Angestellte arbeiten in der Hauptverwaltung der Stuttgarter Versicherung, weitere 60 Mitarbeiter vom Home-Office aus; außerdem betreibt die Versicherungsgruppe zwei Call-Center. Die IT-Infrastruktur mit Servern, Workstations und Notebooks läuft seit einigen Jahren komplett unter Linux. Seit 2005 wird auch das veraltete Telefonsystem schrittweise umgestellt. Die Anforderungen an die neue Anlage waren vielfältig, unter anderem:

–    Anruf heranholen
–    Lauthören und Freisprechen
–    Chef-Sekreträrin-Funktionen
–    Rückruf bei besetzt und Anrufumleitung

Bald war die freie Software Asterisk in der engeren Wahl. Der Hauptgrund: Man wollte kein Riskio eingehen und sich nicht auf einen Hersteller festlegen, weil Anlage und Telefone nach einiger Zeit nicht mehr unterstützt werden. Über IBM wurde damals ein Kontakt zur Universität Stuttgart hergestellt. Eine Pilotinstallation war in einem Tag eingerichtet und überzeugte das Versicherungsunternehmen. Vier Asterisk-Instanzen wurden für die Hauptverwaltung geplant: ein Master, ein Slave, ein Backup für die beiden und ein VoIP-Gateway, das mit dem Internet verbunden ist.

 

Asterisk-Vorzeigeprojekt: Die Stuttgarter Versicherung mit 800 Arbeitsplätzen.

 

 


Voraussetzungen für Asterisk

Asterisk ist ein Baukastensystem für eine Telefonanlage. Die Software beherrscht  Analog-, ISDN- und VoIP-Telefonie; außerdem kann es diese drei miteinander vereinigen. Dementsprechend gibt es drei Möglichkeiten, Telefone als Endgerät mit Asterisk zu verbinden:

–    Ein analoges Telefon wird über ein sogenanntes ATA-Gateway verbunden.
–    Ein ISDN-Telefon wird an einem internen ISDN-Bus angeschlossen.
–    Die Installation mit SIP-Telefonen, die einfachste Lösung.

SIP steht für Session Initiation Protocol. Dieses nutzt die Telefone, um per VoIP zu telefonieren. SIP-Telefone gibt es als Einzelgerät (ein sogenanntes Hardphone) ebenso wie als Software-Lösung (Softphone) an einem PC oder PDA. Oft sind SIP-Telefone günstiger als ISDN-Geräte, daher bietet sich diese Installation an.

Außer den Telefonen und Adaptern benötigt man nur noch einen PC, auf dem eine aktuelle Linux-Distribution installiert ist – sowie einen Account bei einem SIP-Provider. In den meisten bekannten Distributionen ist Asterisk dabei, sodass nichts mehr heruntergeladen werden muss. Allerdings sind die Pakete meist älter, sodass man auch auf die Quellen auf der Asterisk-Homepage zurückgreifen kann.

Außer auf Linux läuft Asterisk auch auf BSD und MacOS X, es gibt sogar Portierungen für Windows. Allerdings ist Linux als Basissystem vorzuziehen, weil die Hardware besser unterstützt wird und es auch mehr Software-Module gibt.

                        

Auf der Asterisk-Homepage gibt es immer die neuesten Quellen.

 


Wie installieren?

Bei der Einrichtung von Asteriks, ist das Asterisk-Buch von Stefan Wintermeyer von großer Hilfe. Darin ist auch ausführlich die Programmierung des Dial-Plans beschrieben, mit dem quasi die Asterisk-Telefonanlage erst zum Leben erweckt wird. Die Offline-Version kostet 50 Euro, ist 700 Seiten stark und bei Addison-Wesley erschienen. Auch auf Voip-Info.org steht viel Nützliches – allerdings auch einiges Fehlerhaftes – zu Problemen mit Asterisk.

Spätestens nach den ersten Telefonaten über einen SIP-Provider gehen die Wünsche weiter: Anrufbeantworter, Voice-Mail-System, Faxserver. Asterisk kann das alles und viel mehr. Wintermeyer, der schon viele Installationen durchgeführt hat, zieht einen sehr einleuchtenden Vergleich zu fertigen Telefonanlagen:„Ich kann zwei Lego-Flughäfen kaufen und daraus einen großen Flughafen bauen. Wenn ich zwei Playmobil-Flughäfen kaufe, habe ich zwei Flughäfen. Man kann jedoch aus zwei Playmobil-Flughäfen keinen neuen großen Playmobil-Flughafen bauen.“

              

Wertvolle Hilfe: Das Asterisk-Buch von Stefan Wintermeyer.