Schwächephase: SAP geriet in den Marktstrudel

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Die Turbulenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise haben gestern den deutschen Softwarehersteller voll erwischt. Es war absolut der falsche Tag, um zu verkünden, dass man seine eigenen Erwartungen verfehlen werde.

SAP hat momentan verstärkte Schwierigkeiten: Der Umsatz bleibt hinter den Prognosen zurück und die Kunden wollen die angekündigte Preiserhöhung nicht mittragen. Die schwächeren Zahlen in der Kasse machten sich gestern auch noch an der Börse extrem bemerkbar: Die Investoren straften SAP kräftig ab und prügelten den Aktienkurs um schmerzhafte 14 Prozent nach unten.

Nach vorläufigen Zahlen liegt das Wachstum bei den Softwareumsätzen nur noch bei 4 bis 5 Prozent, also zwischen 740 und 750 Millionen Euro. Wenigstens liegen die Service-Erlöse mit 1,97 bis 1,98 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,74 Milliarden Euro) noch auf gewohntem Zuwachsniveau (rund 13 Prozent Plus). Doch der Kundenärger über die Preiserhöhungen gerade in diesem Bereich dürfte künftig noch Spuren hinterlassen. “Leider konnte sich die SAP den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht entziehen”, verweist Vorstandsvorsitzender Henning Kagermann auf die Hauptursache. Man hoffe aber, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten noch Marktanteile gewinnen zu können. (Ralf Müller)