Fünf Gründe, warum Vista versagte

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Eine interessante Zusammenfassung von einem US-Kollegen. Und Inquirer-Leser lieben dieses Thema, also her damit.

Jason Hiner ist der Chefredakteur von TechRepublic, einer business-orientierten Website aus dem Cnet-Verlag. Was er über das Versagen von Windows Vista zu sagen hat, kommt also nicht so sehr aus der Consumer-Ecke, also der Welt der schmerzvollen Endanwender-Erfahrungen, sondern aus der Sphäre der grossen Unternehmen, also der eigentlichen Domäne von Microsoft. Auch 18 Monate nach der Veröffentlichung des XP-Nachfolgers, so zitiert er Forrester Research, ist Vista nur auf 8,8, Prozent der Unternehmens-PCs installliert, die OEM-Auslieferung von XP wurde nochmal um ein halbes Jahr verlängert, XP-bestückte Netbooks sind der Hype der Saison und Windows 7 wird vorgezogen. Seine Argumente sind:

5. Apple hat es geschafft, Vista zu dämonisieren. Mit den lustigen Mac vs PC Videos, und Microsoft hat zugesehen.
4. Windows XP hat zu starke Fundamente. Als es 2001 auf den Markt kam, löste es zwei OS-Familien ab: 95/98 (damals laut IDC zu 65% verbreitet) und NT/2000 (26%), es gab 600 Millionen PCs. Heute sind es 1,1 Milliarden Rechner, und über 70 % davon laufen mit XP. Das stellt man nicht einfach so um.
3. Vista ist zu langsam. Das neue OS hat etwa 20 % mehr Code als XP SP 3, und läuft langsamer als sein Vorgänger.
2. Es war nicht geplant. Mit XP wollte sich Microsoft vom Einzelverkaufsmodell abwenden und statt dessen Software-Abonnements verkaufen. Deshalb hiess XP auch nicht “Windows 2001”. Nur hat es der Hersteller nicht geschafft, sein Geschäftsmodell zu ändern, und setzte kurzerhand auf Bewährtes.
1. Es ist inkompatibel. XP setzte sich durch, weil es weitgehend mit Treibern und Anwendungen aus der 95/98-Welt klarkam, hatte aber die Stabilität von NT/2000. Gegen neue Generationen von Malware nuzte das nichts, Vistas Gegenmassnahmen führten zu enormen Kompatibilitätsproblemen. Und genau das können grosse Unternehmen nicht brauchen.
Hiner sagt, Microsoft wird keine andere Wahl haben, als Vista möglichst schnell durch Windows 7 abzulösen, und auf das ursprünglich geplante Abo-Modell umzusteigen. Das klingt sehr plausibel – zumindest in der Enterprise-Hemispäre der grossen Unternehmen. Andererseits würden dadurch Millionen von Consumern zu Linux wechseln, nämlich alle, die bislang “kopierte” Windows-Versionen einsetzen. Und an diesem Konflikt könnte Microsoft letztendlich scheitern. Denke ich. [fe]

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