Neun Programme für ERP und Finanzbuchhaltung im Überblick
Linux: Professioneller Einsatz im Mittelstand

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Nicht nur die großen IT-Unternehmen wie IBM, Oracle und SAP stellen Business-Lösungen für Linux zur Verfügung. Auch kleinere Software-Hersteller bieten Programme für Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltungen an.

Business-Lösungen für Linux

„Für Linux gibt es keine Finanzbuchhaltung, von Warenwirtschaftssystemen ganz zu schweigen“. So klingt es aus verschiedenen Foren. In ihrer Verzweiflung raten Linux-Nutzer dann zu Lösungen wie GnuCash und KMyMoney. Die liegen zwar jeder Distribution bei, müssen aber bereits bei banalen Dingen wie Gegenbuchungen passen. Für diese Zwecke gibt es bessere Lösungen – fünf davon sogar als Open-Source-Lösung.


Adata

Adata aus Verden an der Aller bietet verschiedene Module von der Auftragsbearbeitung bis zur Zeiterfassung. Die Finanzbuchhaltung ist branchenneutral. Sie enthält alle erforderlichen Elemente wie Offene-Posten-Verwaltung und Mahnwesen. Server-seitig läuft das Programm auf mehreren Betriebssystemen, unter anderen mit Suse Linux Enterprise Server und Red Hat  Enterprise Linux. Für die Arbeitsstationen werden Windows-Rechner eingesetzt.


Geteco

Geteco bietet Software im sogenannten Betreuten-Management an – also für Heime und Werkstätten für behinderte Menschen, Kinder- und Jugendheime, Berufsbildungswerke sowie öffentliche und private Träger in der Aus- und Weiterbildung. Vor diesem Hintergrund entstanden weitere Lösungen für Warenwirtschaft  und Rechnungswesen für unterschiedliche Branchen. Die Warenwirtschaft berücksichtigt dabei besonders die Belange einer Werkstatt für behinderte Menschen, das Rechnungswesen die Anforderungen der sozialen Gesetzgebung. Wie bei Adata laufen die Geteco-Produkte auf den Arbeitsplatzrechnern nur unter Windows.


LX-Fibu

LX-Fibu von Arcad Systemhaus ist eine reine Finanzbuchhaltung für Linux und Macintosh. Das Programm bietet Buchungserfassung im Dialog und im Stapel, Offene-Posten-Verwaltung, Mahnwesen und Bilanzierung. Die Software ist mehrmandantenfähig und der Benutzer kann für mehrere Firmen oder einzelne Unternehmensbereiche und Filialen getrennt buchen. Das 300 Euro teure Programm läuft auf den 32- und 64-Bit-Systemen Suse Linux, Red Hat, Debian und Ubuntu. Eine Testeversion gibt es für 32 Euro.

                    

Günstig: Die Finanzbuchhaltung LX-Fibu kostet 300 Euro und läuft garantiert auf vielen Linux-Distributionen.

 


Ventas

Die Ventas AG aus Hamburg bietet ein ERP-System mit mehreren hundert Modulen, unter anderem mit Finanzbuchhaltung und Personalplanung, an. Eingesetzt wird die Komplettlösung beispielsweise beim Kaffee-Hersteller Melitta. Auf der Serverseite baut das System auf Debian auf, für die Arbeitsplätze können außer Linux-Rechner auch Macintosh- und Windows-Systeme genutzt werden. Bei bis zu 20 Arbeitsplätzen kostet die Ventas-Lösung pro Arbeitsplatz 1.300 Euro; hinzu kommen noch unter anderem Kosten für Schulung und Installation.

                       

Startbildschirm: Die Ventas-Serie ist ein komplettes und umfangreiches ERP-System.

 


Open-Source-Lösung: Compiere

Compiere Inc. bietet ein ERP-System (ERP = Enterprise Ressource Planning) an, das auf Open Source gründet. Die Community-Edition ist allerdings laut dem US-amerikanischen Anbieter hauptsächlich für Entwickler gedacht, die das System weiter anpassen wollen. Das geschieht auch fleißig und professionell: Die Compiere-Community übersetzt und baut neue Module. Jörg Janke, der deutsche Projekt-Gründer, hat zuvor bei Oracle und Unisys gearbeitet; andere Mitarbeiter von Compiere kommen von IBM, Peoplesoft und anderen bekannnten Firmen.

                   

Große Community: Compiere hat eine Open-Source-Edition und erfreut sich einer regen Entwicklergemeinde.

 


Open-Source-Lösung: GNU Enterprise

GNU Enterprise umfasst mehrere Pakete von der Finanzverwaltung über Auftragsabwicklung bis hin zu Projektmanagement und Personalverwaltung. Hinter dem Projekt stehen bislang keine Unternehmen, die Entwicklung ist daher abhängig von Zeit und Laune der Projektmitarbeiter. Die letzte Version des Application Servers ist ein Jahr alt.

                            

GNU Enterprise: Ambitioniertes Projekt, das derzeit etwas ins Stocken geraten ist.

 


Open-Source-Lösung: SQL-Ledger

SQL-Ledger ERP ist ein System für Auftragsabwicklung, doppelte Buchführung und Lagerverwaltung. Die neueste Version 2.8.17 ist im Juli erschienen. Es ist in Perl geschrieben, arbeitet mit PostgreSQL als Datenbank und kann unter Linux ebenso eingesetzt werden wie auf Macintosh- oder Windows-Rechnern. Auf der Schweizer Homepage gibt es Demos, die den Aufbau des Systems zeigen.

                       

Sehen, was geht: SQL Ledger zeigt auf der Schweizer Homepage eine Online-Demo.

 


Open-Source-Lösung: Tudo

Die betriebswirtschaftliche Software Tudo ist eine Warenwirtschafts- und Finanzbuchhaltungslösung. Programmierer Jörg Bemme arbeitet regelmäßig an dem Open-Source-Programm weiter, die Version 22 ist am 26. August 2008 herausgekommen. Als Datenbank nutzt das nur 1,3 MegaByte große Programm PostgreSQL.

                   

Tudo: Als Datenbank für das Open-Source-Programm dient PostgreSQL.

 


Open-Source-Lösung: Lx-Office

Gerade ist die erste Betaversion von Lx-Office 2.6 erschienen. Die Software ist lizenzkostenfrei und läuft auf einem Linux-Server, die Client-Seite ist unabhängig vom Betriebssystem. Lx-Office besteht aus zwei Modulen: einem ERP-Modul mit Warenwirtschafts- und Finanzbuchhaltungs-Software und ein Programm für das Customer Relation Management.

                 

 

Ganz frisch: Die Betaversion von Lx-Office 2.6 bittet zum Online-Test.