Börsenaufsicht untersucht Falschmeldung über Steve Jobs’ Herzinfarkt

Allgemein

Nichts war dran, aber das hinterhältige Gerücht verpasste Apples Aktienkurs so etwas wie einen Herzkasperl. Die Papiere fielen auf den niedrigsten Kurs des Jahres, bevor sie sich wieder erholten. Die SEC (Securities and Exchange Commission) will jetzt wissen, wer daran verdient hat.

In die Welt geschickt worden war das Gerücht auf einer CNN-Site für “Bürgerjournalismus” (wird so etwas wird nicht auch gerne user generated content genannt?), die damit wirbt, unredigierte und ungefilterte Nachrichten zu publizieren. Ireport.com verlangt von den schreibenden Bürgern nicht, dass sie bei der Registrierung ihren echten Namen angeben, sondern setzt lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse voraus.

Der virtuelle Journalist “Johntw”, der Apples CEO einen Herzanfall zugeschrieben hatte, dürfte kaum seinen richtigen Namen genannt haben. Er hatte auch nie zuvor bei Ireport gepostet. Eine gute Frage ist allerdings auch, warum so viele Anleger auf eine absolut unbestätigte Meldung hereinfielen. Hier spielt sicher das Misstrauen mit, das Apple durch die eigene Informationspolitik selbst mit aufgebaut hat. Die Apple-Sprecherin, die das Herzinfarkt-Gerücht zu dementieren hatte, hatte sich zuvor reichlich unglaubhaft gemacht, als sie Steve Jobs’ schon längere Zeit fragile Erscheinung als kurzfristige Folge einer Virusinfektion darzustellen versuchte.

Die Vermutung aber, dass mit dem erfundenen Herzinfarkt jemand auf sinkende Kurse spekuliert hatte, lag für die Börsenaufsicht mehr als nahe. Steve Jobs selbst hatte schon nach früheren Gerüchten gegenüber dem Business-Sender CNBC erklärt, all das Gerede über seine Gesundheit sei auf Baissespekulationen von Hedge-Fonds zurückzuführen.

Nach dem aktuellen Zwischenfall leitete die SEC eine Untersuchung ein. CNN sagte umgehend zu, die verfügbaren Informationen über den Gerüchtestreuer zu übergeben. Wird Johntw erwischt, könnte es ihm ähnlich ergehen wie Mark Jakob. Der hatte im Jahr 2000 auf die Schnelle 250.000 $ eingesackt, nachdem er eine falsche Presseerklärung über angebliche Probleme der Firma Emulex veröffentlicht hatte. Er durfte 44 Monate lang im Gefängnis verbringen, verlor die schnellen Gewinne wieder und musste außerdem noch 103.000 $ abdrücken.

(rrr)

Internet News