Microsoft will Scareware an den Kragen

Gemeinsam mit dem Staatsanwalt des Bundesstaats Washington hat der Software-Konzern eine Klage gegen einen Verbreiter von Programmen eingereicht, die furchtsame Internet-User zum Erwerb nutzloser Produkte verleiten sollen.

von Dieter Jirmann 8

Längst nicht alle Web-Nutzer klicken gelangweilt die Pop-Ups weg, die verkünden, dass ihrem Rechner gar fürchterliche Dinge drohen, wenn nicht umgehend eine bestimmte Software zum Schutz des PCs erworben wird – immerhin finden sich so viele Käufer, dass sowohl Microsoft als auch die Staatsanwaltschaft von Washington sich zu juristischen Schritten entschlossen haben.

Im Visier ist vor allem eine Firma aus Texas mit dem Namen Branch Software, die in ihren Pop-Ups vor einer beschädigten Registry warnt und Abhlife mit dem Programm Registry Cleaner XP verspricht, das 39,95 Dollar kosten soll.

Das richtet dann zwar keinen Schaden an, behebt aber auch keine Probleme, da diese ja nicht existieren.

Wie anfällig der Durchschnittsnutzer für die Panikmache ist, belegt auch eine Studie der Carolina State University: Die meisten Probanden konnten echte und falsche Meldungen nicht von einander unterscheiden, und selbst wenn man ihnen erklärte, dass es sich um Fälschungen handelte, wollten 63% nicht dem Drang widerstehen, auf “OK” zu klicken. [gk]

BBC News

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8 Antworten zu Microsoft will Scareware an den Kragen

  • 1. Oktober 2008 à 13:06 von DarkFate

    Jaja das Problem zwischen Stuhl und Monitor mal wieder. Ich finde es gut, dass es solche Malware gibt. So hat man als Service-Techniker immer was zu tun. :)

    Danke MS und hoffe dass die Klage nie durchkommt.

    Jeden Tag stehen etwa 100Mio potentielle Trottel auf. Wenn nur 5 davon auf solche Buttons klicken und dann auch noch bei mir erscheinen bin ich ein glücklicher und reicher Mann :)

  • 1. Oktober 2008 à 13:09 von Anno dazumal

    Da wird sicher der Großteil der 63% nur nicht wissen, wie man sonst eine MsgBox weg bekommt…
    Aber mit “auf OK klicken” hat man ja noch lange nichts gekauft! – Da müsste man noch einige weitere Eingaben tätigen.

  • 1. Oktober 2008 à 13:23 von DarkFate @dazumal

    Stimmt so nicht. Es gibt Portale welche nach dem Klick aufs OK direkt einen Dateidownload als EXE starten und dieser Download hat es dann in sich…

    Es wird immer frisch kompiliert damit auch der neueste Kaspersky/Antivir ihn nicht erkennt.

    Dieser Download installiert dann Müll wie:

    -BSoD als Screensaver (klappt immer wieder)
    -neben der Uhr in der Taskleiste steht dann “VIRUS WARNING” oder sowas
    -dann ladet das Programm einen Virus welcher alle executable Dateien infizert
    - anschließend wird der eigene fake Virenscanner/Registry Scanner gestartet und es wird toll präsentiert dass man 1000 und mehr Viren/schlechte Registry Einträge gefunden hat und schon kriegt der Durchschnittsbürger Schweißperlen weil ja seine Pr0n Sammlung in Gefahr ist.
    - ab hier spielt Geld keine rolle Hauptsache es ist schnell und anonym vorbei.

    so oder ähnlich verläuft es immer wieder.

    Und der Techniker muss spätestens dann wenn die versprochene Beseitigung nicht geklappt hat doch noch das Pr0n sichern und schweigt schmunzelnd.

    Pr0n … ehm Kunde ist ja der König

  • 1. Oktober 2008 à 13:59 von Anno dazumal

    Sehr schön ist auch, wenn das Desktop-Hintergrundbild geändert und der entsprechende Reiter “Desktop” unter “Eigenschaften von Anzeige” entfernt wird. – Dann hat man ständig die Meldung “Böser Virus auf Ihrem System!” vor Augen.

    Aber sowas ist mir bisher nur bei schiss 2P2-Files passiert…

    Laut News, sei die Software unnützlich, aber auch unschädlich. Sobald, wie du es schreibst, wirklich zuvor ein Virus ins System geschleust wird, dann wäre die verkaufte Reparatur-Software ja wiederum nützlich, was laut News ja nicht der Fall ist.

    Deine Beschreibung folgt sicher gängiger Praxis – aber hat mit der Nachricht an sich eher eine kleine Schnittmenge.

    Fakt ist weiterhin: mit einem Klick hat man noch lange nichts gekauft!
    Und es werden sicherlich nicht 100% der Leute, welche aus Unwissenheit oder sei es Unachtsamkeit auf Ok geklickt haben, die angebotene Reinigungs-Software kaufen.

    Worauf ich hinaus will: die Zahl 63% ist nicht der Anteil der Leute, welche kaufen – sondern nur der Anteil der klickt.
    Gekauft wird sicherlich sehr viel weniger.

  • 1. Oktober 2008 à 17:11 von benkei'

    Ich denke mal, dass der Anteil derjenigen, die “OK” klicken, keinen Schimmer haben, wie sie im Netz überhaupt etwas kaufen… “Prüfnummer der Kreditkarte?! Find’ ich nicht…” ;)

  • 1. Oktober 2008 à 17:19 von elch

    ohje. d.h. Symantec wird sterben?

  • 1. Oktober 2008 à 17:41 von McNoise

    … und Micro$oft auch???

  • 1. Oktober 2008 à 18:37 von edi

    Man kann online beschissen werden? Gutgutgut, dann kommt mal her, BranchSoftware, meine Registry findet ihr unter /home/own4g3/.wine/system.reg. Ist aber im Moment ziemlich leer, weil ich sie kaum verwende. Hin und wieder bekommt sie mal die Leine umgelegt wenn mir ein “wine SporeApp1.exe” in die Kommandozeile rutscht, aber das ist dann auch relativ schnell vorbei.

    Ich hätte ne gute Idee für ein Geschäftsmodell: man verkauft einfach zu jedem neuen Computer nen Gutsch für einen Computerkurs. Kann ja nicht angehen, dass sich 63% einbilden, dass bei Popups im Browser, die über den Zustand des Systems Bericht erstatten (vor allem auf Vista mit dem IE7 im Protected Mode, der ja hoffentlich nicht ganz nutzlos is) alles kosher ist.

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