… und dann über Piraten jammern …

Allgemein

Während man selbst sein Zeug praktisch gratis anbietet: In dem Adobe-Programm, das zur Auslieferung von Filmen via Internet verwendet wird, klafft eine Sicherheitslücke, die Usern Gratis-Downloads beschert.

Das, was sich auf den Flash-Video-Servern von Adobe befindet, wird nämlich unverschlüsselt als Stream an den Player geschickt; nur die Befehle zur Wiedergabe und zum Anhalten der Wiedergabe unterliegen einer Verschlüsselung. Was dazu führt, dass man mit Hilfe zumindest eines Aufnahmeprogramms ganze Filme mitschneiden kann, auch wenn man nur den Trailer angeklickt hat.

Amazon, einer der wichtigsten Nutzer der Adobe-Software, beginnt bereits während der Gratis-Vorschau damit, den gesamten Film zu streamen. Nach zwei Minuten bricht dann zwar die Wiedergabe im Browser ab; die Grabbing-Software wird aber fleissig weiterbeliefert.

Amazon leugnet dies zwar und behauptet, dass der betroffene Dienst Video on Demand piratensicher sei; die Nachrichtenagentur Reuters hat’s aber selber ausprobiert und vermeldete Erfolge.

Adobe hat seine Kunden zwar schon Anfang des Monats vor dem Problem gewarnt; allerdings wird das offenkundig erst ernst genommen, seit es die ersten Programme gibt, deren Preis sich bereits nach dem dritten Film ammortisiert – zumindest solange Adobe, Amazon & Co. sich nichts Neues einfaleln lassen. [gk]

Reuters