Steve Ballmer macht sich Mut

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Er “mag es nicht, nicht die Nummer eins zu sein” – das hatten wir schon vermutet. Microsofts CEO Steve Ballmer sucht nach seiner Zukunft und möchte Google in fünf Jahren einholen.

Er wisse nur nicht, in welchen fünf Jahren, setzte er mit einem ungewohnten Anflug von Selbstzweifeln hinzu. Offenbar war ihm noch rechtzeitig eingefallen, dass er diesen 5-Jahres-Plan schon einmal verkündet hatte, nämlich vor zwei Jahren und am gleichen Ort vor einem Silicon-Valley-Publikum im exklusiven Churchill Club.

Ähnlich fielen auch seine übrigen Markterwartungen aus. Da in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Smartphones den Markt der Mobiltelefone dominierten, werde sich auch hier die etablierte Firma Microsoft durchsetzen und Apple sowie RIM ihren Nischenmärkten überlassen: “Wir kämpfen um den großen Anteil. Was nicht bedeutet, dass Apple und RIM nicht ebenfalls gutes Geld damit machen werden.”

Ob Apples wachsende Beliebtheit eine Gefahr für Microsofts Unternehmensumsätze darstelle? Laut Ballmer sollte das nicht der Fall sein, wenn Microsoft und seine vielen Partner wie Dell, HP und andere ihren Job richtig machen: “Wenn das geschieht, dann lässt sich kaum ein Grund erkennen, warum Apple bei den Unternehmen überhaupt einen Fuß in die Tür bekommen sollte.”

Apples Strategie, proprietäre Hardware und Software zu verbinden, behindere ohnehin eine weitere Expansion. Das werde Apple im PC-Bereich zurückhalten, aufgrund dieses geschlossenen Modells werde Apple den Marktanteil der Mac-Computer nicht weiter erhöhen können.

Gut, Linux sei noch ein Problem: “40 Prozent der Server laufen mit Windows, 60 Prozent mit Linux. Wie es für uns läuft? 40 ist weniger als 60, also gefällt mir das nicht … Wir haben noch einiges zu tun.”

Ein langjähriger Windows-Nutzer wollte gerne wissen, warum die große Firma Microsoft es nicht schaffe, Windows verlässlicher zu machen. Ballmer beschied ihn, jede Version von Windows sei bislang besser als die vorhergehende ausgefallen – das habe eine Analyse der Kundenbeschwerden ergeben.

Sogar der seltsamen Seinfeld-Gates-Werbung, bei der Microsoft schon nach zwei statt einem Dutzend Spots die Reißleine ziehen musste, konnte er noch Gutes abgewinnen: “Es war eine Zwei-Wochen-Kampagne, aber echt, die Leute haben mehr als zwei Wochen darüber geredet.”

Bekommt der vielleicht schon lange nicht mehr mit, was die Leute reden?

(rrr)

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