Finanzkrise gut für Informatik

Allgemein

Nach dem Dotcom-Tod im Jahr 2001 war das Informatikstudium richtig unbeliebt geworden. Wirtschafts- und Finanzwissenschaft schienen das schnellere Geld zu versprechen. Nach dem aktuellen Wall-Street-Desaster dreht sich der Trend wieder.

An der Informatikabteilung der Carnegie Mellon University in Pittsburgh hatten sich im Jahr 2001 noch 3.200 Interessenten für das Studium gemeldet, danach fiel die Zahl der Bewerber bis auf einen Tiefpunkt von 1.700. William Dally, an der Stanford University für Informatik zuständig, klagt über die schmerzlich vermissten Informatikstudenten: “Viele dachten, sie könnten bei Hedge-Fonds mehr Geld machen.”

Was inzwischen gar nicht mehr so aussieht, so dass eine neue Welle von Informatikstudenten zu erwarten ist. Inzwischen gehören IT-Jobs ohnehin wieder zu denen, die immer stärker nachgefragt sind. Amerikanische Arbeitsmarktstatistiken sagen in den einzelnen IT-Sparten für 2008 einen Zuwachs um 37 bis 53 Prozent voraus.

Randal Bryant, Rektor der School of Computer Science an der Carnegie Mellon, empfiehlt angehenden Studierenden dennoch, nicht nur den aktuellen heißen Trends zu folgen: “Ich empfehle ihnen immer, ein Hauptfach zu wählen, das ihnen auch zusagt, und nicht nach den kurzfristigen Fluktuationen im Arbeitsmarkt zu gehen. Auf unserer Höhe der Dotcom-Periode hatten wir viele in der Informatik, die keine besondere Neigung und Befähigung dazu hatten, sondern einfach nur glaubten, sie könnten damit reich werden.”

(rrr)

Computerworld