Facebook mag keine komischen Namen

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Wer schon von Kindheit an unter seinem ungewöhnlichen Namen leiden musste, wird im Social Network noch einmal in die Ecke gestellt. Rowena Gay geht schon mal gar nicht, wie eine Neuseeländerin dieses Namens erfahren musste. Auch Namensbestandteile wie beaver, beer, jelly und duck sind strengstens verboten.

Die Administratoren von Facebook sperren sogar nachträglich Benutzer aus, wenn ihnen Namen auffallen, die ihnen nicht so recht gefallen wollen. Elmo Keep traf es wegen ihres Namensvetters in der Sesamstraße. Als sie sich in diesem Monat einloggen wollte, stieß sie auf einen gesperrten Account – angeblich habe sie die Bedingungen der Site verletzt.

Elmo Keep ist eine bekannte Rockmusik-Kritikerin mit einem großen Freundeskreis bei Facebook. Sie ist außerdem an der University of Technology in Sidney als Lehrbeauftragte für Online-Journalismus tätig und berät Firmen über Social Networking und wie es mit ihren geschäftlichen Strategien harmonieren könnte. Sie hatte in 18 Monaten über tausend Beiträge auf der Site gepostet, und ihre 300 Freunde begannen sie schmerzlich zu vermissen. Elmo Keep fühlte sich vollkommen isoliert und noch mehr:

“Die Leute hinterließen diese Nachrufe. Es war, als wäre ich gestorben; es war wirklich seltsam.”

Da sie sich nicht in ihren Account einzuloggen vermochte, konnte sie nicht einmal direkt nachfragen, warum sie plötzlich eine Ausgestoßene war. Über einen Freund bekam sie schließlich eine E-Mail-Adresse von Facebook, über die sie es erfahren wollte. Es gingen E-Mails hin und her, Facebook wollte ihr “aus Sicherheitsgründen” nicht einmal sagen, warum sie verbannt war. Sie musste erst mit Führerschein und Personalausweis beweisen, dass sie wirklich Elmo hieß. Denn wie die Facebook-Regularien unter anderem fordern, müssen sich die Benutzer mit ihren wahren Namen anmelden.

Ähnlich erging es dem politischen US-Blogger Jon Swift, dem japanischen Autor Hiroko Yoda, dem britischen Parlamentsabgeordneten Steve Webb, dem australischen Grafikdesigner Beta Yee und vielen anderen, deren Namen Facebook einfach zu komisch fand. Elmo Keep ist inzwischen wieder drin, aber skeptischer geworden. Sie will sich nicht mehr so stark auf Social-Networking-Sites verlassen und ihnen nicht mehr so viel an persönlichen Informationen überlassen:

“Die Leute sehen schon, dass es ein Dienst ist, der von einer Firma angeboten wird. Aber weil so viele eigene, vertraute Dinge drin sind und durch die Vorstellung eines eigenen Raums, den man sich geschaffen hat, vergisst man leicht, dass es sich tatsächlich um ein Geschäftsmodell handelt, bei dem jemand anders eine Kontrolle ausübt, wie es ihm gefällt.”

(bk)

Sidney Morning Herald