Intels Sechskern-Dunnington mit überragender Virtualisierungsleistung

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Intel hat mit dem Hexa-Core-Prozessor Xeon X7460 (Dunnington) in der Rechenleistung, Strombedarf und Virtualislierungsleistung stark nachgelegt.

Bezogen auf Performance-per-Watt verdoppelt Intels neuer Sechkern-Server-Prozessor nahezu die Leistung seiner Vorgänger. Darüberhinaus skaliert er besser. Die Virtualisierungs-Benchmarks sprechen für sich: Leistungsfortschritte vom Xeon X7460 gegenüber den Quadcores Xeon 7330 (2,4 GHz), Xeon 7350 (2,93 GHz) und AMDs Quadcore Opteron 8356 sind beachtlich.

AMDs Opteron 8356 (2,3GHz) und Opteron 8360 SE (2,5GHz) konnten bei Multisockelsystemen bislang gut in der Leistung skalieren. Das heißt: Die Zusammenarbeit von vielen Prozessoren in einem System funktioniert reibungslos. SAPs SD-Benchmarks (Sales and Distribution) belegen die Stärke der Opterons gegenüber den bisherigen Xeons. Allerdings schafft es der neue Dunnington auch bei diesen bandbreitenhungrigen Benchmarks überraschend gut zu skalieren.

Das Onlinemagazin Anandtech hat sich mit dem effektivem Einsatz von Servern beschäftigt. Hier werden die bisherigen realen Einzelserver in eine virtualisierte Umgebung migriert. Die Hoffnung ist dabei, dass ein einzelner moderner Server mit vielen virtuellen Maschinen eine hohe gleichmäßige Auslastung hat. Bislang kam es bei Einzelservern immer wieder vor, dass die Auslastung sehr unterschiedlich war, so dass neben Maschinen mit 90 Prozent Auslastung immer wieder auch Nachbarrechner sich mit 10 Prozent Auslastung langweilten und unnötigen Strom benötigten.

Anandtech simulierte nun eine Rechnerumgebung in 64 Bit mit zwei bis 6 virtuellen Maschinen (VM). Sie nutzten dafür Novells Linux (SLES 10 SP2 als SUSE Linux Enterprise Server) und nahmen eine MySQL-Datenbank 5.1.23 (INNODB Engine) für den OLTP SysBench 0.4.8-Test. Dabei untersuchten sie die Skalierung der virtuellen Systeme:

– Von einer VM für vier virtuelle Prozessoren.
– Zwei VMs für vier virtuelle Prozessoren.
– Vier VM für vier virtuelle Prozessoren.
– Sechs VMs für vier virtuelle Prozessoren.

Bei sechs VM pro vier virtuelle Prozessoren müssen sich bei den klassischen Quadcores nun die vier Prozessorkerne Rechenarbeit unter einander aufteilen. Im Einsatz kamen Server mit 4 Prozessorsockeln.

Bei den Quadcore-Systemen laufen so 16 CPU-Kerne mit bis zu 24 virtuellen Maschinen. Bei Intels Hexa-Core-Dunnington laufen deswegen insgesamt 24 Kerne für bis zu 24 VMs. Alle VMs bekamen 2 GByte Speicher zugewiesen. Der Hypervisor entscheidet über die Zuteilung der CPU-Resourcen, damit die Rechenleistung gleichmäßig auf die Prozessorkerne zugeteilt wird.
Dabei entscheidet sich wie stark die Beschleunigung in Hardware für virtuelle Maschinen tatsächlich ausfällt und wie gut benötigte Bandbreite zur Verfügung gestellt wird.  Anandtech stellte fest, dass dabei hohe Speicher-Bandbreiten befriedigt werden müssen.

Die Rechenleistung der Quadcore Xeon-Modelle 7330 und 7350, als auch der Strombedarf der älteren Modelle war im Virtualisierungstest deutlich schlechter. Der Sechsfachkern Xeon X7460 Dunnington lag im Strombedarf niedriger, trotz höherer Rechenleistung.

Strombedarf pro Transaktion (Transaktionen/Watt):

– Xeon 7330 (2,4 GHz) – 3,93
– Xeon 7350 (2,93 GHz) – 3,26
– Opteron 8356 (2,3 GHz) – 5,26
– Xeon 7460 (2,66 GHz) – 5,59

Ein hochgetakteter Xeon 7350 (vier Penryn-Kerne) hat einen deutlich schlechteren Wert mit nur 3,26 Transaktionen pro Watt gegenüber dem aktuellen Flaggschiff Xeon 7460 (sechs Penrynkerne + viel L3-Cache) mit 5,59 Transaktionen pro Watt.

Bemerkenswert ist, dass laut Anandtech AMDs  Opteron 8356, schon bei 2,3 GHz sogar den Intel Xeon 7350 mit  2,93 GHz schlagen kann. Mit dem neuen Sechkerner Xeon X7460 bei 2,66 GHz konnte Intel jedoch knapp, aber doch eindeutig AMDs Opteron 8356 mit 2,3 GHz in der x86-Disziplin Virtualisierungsleistung pro Watt auf Platz zwei verweisen. (Martin Bobowsky)