SAP-Kunden planen den Aufstand

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Die deutsche Softwarefirma hatte kürzlich eine Erhöhung ihrer Wartungspreise angekündigt. Die Interessenvertretung CIO Forum e.V. erarbeitet derzeit gemeinsam mit den SAP-Kunden eine kritische Stellungnahme dazu.

Wolfgang Franklin, Vorsitzender der nach eigenen Worten “einzigen rechtsfähigen Interessenvertretung von IT-Verantwortlichen im deutschsprachigen Raum” CIOForum e.V., hat die Worte der Mitglieder von SAPs Usergruppe DSAG ernst genommen und die CIOs der großen Unternehmen gebeten, gemeinsam eine kritische und konstruktive Stellungnahme zu formulieren, auf die SAP reagieren muss.

“Um der SAP konstruktiv begegnen zu können, haben zahlreiche SAP-Kunden die Initiative ergriffen, um eine gemeinsame Stellungnahme zu erarbeiten, die von möglichst vielen weiteren betroffenen Unternehmen mitgetragen werden soll.”, trommelt das Forum seine Mitglieder zum Aufstand zusammen.
Mit der konzertierten Aktion gemeinsam mit der DSAG erhofft sich das Forum ein Entgegenkommen des Unternehmens-Software-Riesen. Die Wartungspreis-Erhöhungspläne der SAP seien in zahlreichen Unternehmen ein “gravierendes Thema bei laufenden Lizenzverhandlungen”, ereifert sich Franklin. Es bleibe abzuwarten, “wie eine strategisch gut vorbereitete SAP” auf den Widerstand seiner Kunden reagieren werde – denn ohne Gesichtsverlust könne die Firma nicht einlenken. Eine denkbare Möglichkeit wäre, zwar offiziell an den 22 Prozent festzuhalten, im direkten Kontakt zu den Kunden jedoch individuell angepasste Konditionen zu gewähren – wie dies heute schon vielfach der Fall sei.

Franklin: “Das Erhöhen von Wartungskosten reduziert das verfügbare Budget für neue Projekte und neue Anwendungen, was deutlich zu Lasten von Innovationsprojekten in den Unternehmen geht. Die angekündigte Wartungspreiserhöhung führt daher zu einer deutlichen Verschlechterung einer Argumentation zugunsten von SAP-basierten Lösungen in den Unternehmen”. Kurzum. Deutschlands CIOs drohen SAP mit dem Wechsel zur Konkurrenz:

“Während in der Vergangenheit auch Argumente hinsichtlich Investitionsschutz, Integration und Stärke von SAP einen maßgeblichen Einfluss auf eine Entscheidung zugunsten einer SAP-basierten Lösung gehabt haben, kehrt sich dies nun ins Gegenteil um.”, schreibt Franklin. Informationen einiger Unternehmen würden bereits andeuten, dass einige ihre Investitionen in SAP-Produkte intensiv auf ihre Wirtschaftlichkeit hin untersuchten. Ein negatives Prüfergebnis werde Signalcharakter haben. (Manfred Kohlen)

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