Microsoft macht Schulden

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Zum ersten Mal in der Konzerngeschichte nimmt das dunkle Imperium einen Kredit auf, um Finanzoperationen durchzuführen.

Mitten in der US-Finanzkrise trifft uns die Meldung (ins Mark), dass Microsoft, der kapitalistische Monolith der Computerbranche, vorhat, insgesamt sechs Milliarden US-Dollar zusammen zu borgen. Gestern wurde die erste Rate von zwei Milliarden vom Aufsichtsrat beschlossen.

Bricht eine Welt zusammen? Stehen die vier apokalyptischen Cowboys vor der Tür? Nein, gar nicht. Die Microsoft-Spitze hat sich ausgedacht, dass es an der Zeit wäre, den eigenen Aktienkurs nach oben zu manipulieren. Was, wenn Apples Höhen-Börsen-Flug so weiter ginge, nicht wahr?

Also will man im imperialen Hauptquartier zu Redmond eigene Aktien in einem Volumen von insgesamt 40 Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Gleichzeitig soll die Dividende pro Wertpapier-Anteilsschein wachsen, aktuell von 11 auf 13 Cent pro Papier. Damit dürfte das Microsoft-Sparbuch mit derzeit 23,7 Mrd. USD auch bald Geschichte sein.

Die Spannung steigt: Angesichts flauer Vista-Umsätze und einer verlustreichen Multimedia-Abteilung (Xbox, Zune) am Bein wäre es jetzt an der Zeit, die Asse aus dem Ärmel zu ziehen. Mal sehn. [fe]

Associated Press