SMS am Steuer gefährlicher als zwei Beckstein-Maß

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Nach zwei Liter Bier, schlecht eingeschenkt wie auf dem Oktoberfest, kann man noch locker mit dem Auto fahren. Meinte Oberbayer Beckstein, der gerne wiedergewählt werden will und damit seine leicht getrübten Chancen verbessern wollte. Und tatsächlich, man kann sich hinter dem Steuer noch größeren Risiken hingeben.

Das könnte Freude auslösen an CSU-Stammtischen (“eine Maß geht noch”), wenn zu ihnen durchdringen sollte, was das britische Transport Research Laboratory mit einer Studie herausgefunden hat: SMS-Texten beim Fahren ist viel schlimmer, als seine Schlangenlinien besoffen oder bekifft zu ziehen. Und sage jetzt niemand, das macht doch keiner. Obwohl es verboten ist, beim Fahren ein Handy in die Hand zu nehmen, gaben fast die Hälfte der britischen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu, beim Fahren SMS-Nachrichten zu schreiben.

Die Reaktionsähigkeit der mobilen SMSer ließ um 35 Prozent nach, während sich Kraftfahrzeugführer, die sich bis an die gesetzlich zulässige Grenze herantranken, nur um 12 Prozent verlangsamten. Die Cannabis-Konsumenten bekamen immerhin eine um 21 Prozent längere Leitung.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Fahrer, die SMS verschickten oder Textnachrichten lasen, waren stärker geneigt, ihre Fahrspur zu verlassen. Ihre Richtungskontrolle verschlechterte sich um satte 91 Prozent gegenüber Fahrern, deren volle Aufmerksamkeit der Straße galt – die der Kiffer jedoch nur um 35 Prozent.

Falls ein CSU-Berater mitliest, wir hätten da noch einen ganz heißen Tipp für den Wahlkampf. Da wären vielleicht noch ein paar Kifferstimmen drin, wenn der Beckstein erklärt: Ein paar Joints sind gar nicht so schlimm wie SMS, kann man in Bayern immer noch prima mit fahren!

(rrr)

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