DECE soll DRM ablösen

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Hollywood wendet sich vom bisherigen, umstrittenen DRM-System ab und plant einen neuen Standard, der die breitere Nutzung digitaler Filmkopien erlauben soll.

Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE) nennt sich die Vereinigung, die die bestehende — und kaum erfolgreiche — DRM-Politik umkrempeln und somit die Downloads digitaler Filme ankurbeln möchte. Die grundsätzliche Idee dahinter, wie unter anderem das Wall Street Journal und Reuters zum Wochenende berichtet haben: Wer im Netz Filme und Videos kauft, soll diese auch auf verschiedene Geräte kopieren können – sofern diese auf den User-Namen registriert sind. Auch ein Brennen auf DVD soll künftig problemlos möglich sein. Das Motto der Vereinigung: »Kaufe einmal, spiele überall ab«.
Dass Nutzungsbeschränkungen in der Praxis nicht so richtig funktioniert haben, sehen Hersteller und Studios wohl seit längerem, doch nun geht es an den Geldbeutel: Laut Wall Street Journal kämpft Hollywood mit stagnierendem DVD-Absatz, zudem ließen sich durch höheren Online-Verkauf von Filmen auch Vertriebskosten senken.

Mit dabei beim Digital Entertainment Content Ecosystem sind diverse Schwergewichte der Film- und IT-industrie: Warner, Fox und Paramount, aber auch Microsoft, Intel, Philips, Toshiba, Cisco und Hewlett-Packard, außerdem unter anderem NBC, Lionsgate, Comcast und Best Buy. Sonys Technologiechef Mitch Singer stellt den Präsidenten der Gruppe. Zwei wichtige Player fehlen jedoch: Apple und der Disney-Konzern.

Auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar wird sich DECE weiter zu ihrem geplanten »Ökosystem« äußern. Dann wird man mehr zu künftigen Formaten und der Technik erfahren, mit der die Urheberrechte geschützt werden, ohne die Käufer zu sehr einzuschränken. (tkr/Maxim Roubintchik)

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