Spore: Piraterie-Rekord dank DRM

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Viele halten Spore für ein großartiges Spiel, verabscheuen aber zugleich die harten DRM-Einschränkungen. Nicht zuletzt deshalb wurden schon mehr als 500.000 Piratenkopien über BitTorrent bezogen.

Wie misst man den Erfolg von Kopierschutzmaßnahmen, mit denen Softwarefirmen ihre Produkte versehen? Fragt das Wirtschaftsmagazin Forbes und gibt die Antwort, was Spore von Electronic Arts angeht: Einfach die Piraten zählen.

Da ist viel zu zählen. Spore hielt sich bei The Pirate Bay über eine Woche als der am meisten heruntergeladene Torrent, einmalig für ein Spiel. Mit über 500.000 Downloads in weniger als zwei Wochen über verschiedene BitTorrent-Sites schlägt Spore in der Piratenstatistik jedes andere Spiel. Zum Vergleich: Crysis brauchte rund 10 Monate für 420.000 Downloads.

Eric Garland, P2P-Statistiker von der Marktforschungsfirma Big Champagne: “Die Zahlen sind außergewöhnlich. Das ist ein sehr hohes Maß an Torrent-Aktivitäten selbst bei einem ungemein beliebten Spieletitel.” Er schließt daraus, dass das digitale Rechtemanagement nicht nur versagt, sondern ganz im Gegenteil die Piraterie auch noch gefördert habe.

Die DRM-Wut hatte sich bereits mit über 2000 ungewöhnlich niedrigen Bewertungen bei Amazon entladen. Diese Stimmung setzte sich bei den File-Sharing-Sites fort, deren Benutzer die Downloads nun klar als gerechtfertigt ansahen, wie aus Postings zu entnehmen:

“Mit dem Download dieses Torrents seid ihr auf der richtigen Seite. Ihr lasst Electronic Arts wissen, dass die Leute ihre lächerlich drakonischen ‘DRM’-Viren nicht hinnehmen.”

“Ihr habt es in der Hand, diesem Spiel zu einem Piraterie-Rekord zu verhelfen, um es diesen Firmenbastarden zu zeigen.”

“Ich fühle mich nicht gut, dieses Spiel als Piratenkopie zu holen. Ich wollte es wirklich kaufen … Aber wenn ich für etwas bezahle, dann möchte ich es besitzen und nicht nur von EA mieten, die entscheiden können, es mich nicht mehr spielen zu lassen.”

EA verteidigt sich gegenüber der Kritik mit dem Argument, man habe das digitale Rechtemanagement doch nur vom physikalischen Medium DVD zur Online-Überprüfung verlagert. Die neue DRM-Lösung sei vergleichbar mit Diensten wie Itunes, die in ähnlicher Weise die Zahl der Computer begrenze, auf denen ein bestimmter Song gespielt werden dürfe.

(bk)

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