NetTop statt Desktop

KomponentenWorkspace

Einen angeblich wieder einmal “völlig neuen Design-Ansatz” wirft Trigem mit dem Averatec A1 in die Debatte um Client-Arbeitsplätze.

Nein, das ist keine Küchenwaage: Der nach Art eines Thin Client kompakt gehaltene und lifestylig geformte neue Tischrechner aus dem Hause Trigem will als sogenannter „NetTop“ die besten Elemente aus der DeskTop- und der Notebook-Welt zu einem Platz sparenden portablen PC-System vereinen. Kenner fühlen sich allerdings an manche Kreationen eines Herstellers aus Cupertino erinnert, bei dem Design ebenfalls das Tüpfelchen auf dem kleingeschriebenen i darstellt.

Unter dem ultraschmalen, 1,5cm flachen 18,4-Zoll-LC-Display (1680 x 945, Ansprechzeit: 8ms) verbirgt sich Intels für derlei Gerätekategorien eigens entwickelter Atom Prozessor (1,6 GHz) im nur 3,3 cm flachen Fuß des Monitors. Die neuerdings beliebte Klavierlackoptik in Schwarz soll dem Gerät einen „unverwechselbaren eleganten Look“ geben, so die Modeberater bei Trigem. Zitat gefällig: „Grundelement der NetTop-Philosophie, die dem AVERATEC A1 Form gibt, ist die Klarheit in der Gestaltung. Sie drückt sich durchgängig neben einer am Feng Shui orientierten weichen Formung und einem modernen maximal reduzierten Design aus, das sich im Monitor wie in der PC-Einheit vergegenständlicht. Die metallene Monitorhalterung ist silberfarben und bildet einen harmonischen Übergang zu dem in Klavierlackoptik gehaltenen LCD Bildschirm und dem im Standfuß verborgenen PC.“

Immerhin lässt sich der kleine Freund (1GB RAM, 160 GB SATA-Festplatte, WebCam und DVD) ähnlich wie ein Notebook zusammenklappen und davontragen. Er ist damit und mit seinen doch immerhin vier Kilo Gewicht zwar nicht so reisetauglich wie jenes, erlaubt aber wenigstens einen erleichterten Standortwechsel innerhalb des Büros. Job-Nomadismus liegt ja im Trend. Mittels „Wall Mounting Kit“ kann das Display auch an die Wand genagelt werden – vielleicht in Fällen, wo kein Platz für einen Schreibtisch ist?

Nicht ganz: Das elektronische Wandbild kann via WLAN mit einem bestehenden Netzwerk oder dem Internet verbunden werden und damit als „multimediale Aktionseinheit in Foyers und Empfangsbereichen von öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen oder Ausstellungen das Kommunikationsspektrum eines bloßen Displays um PC Funktionalität wesentlich erweitern“.

Soviel Schönheit der Rede und der Produktgestaltung, das wissen wir bereits, hat ihren Preis: 499 Euro. Ein Akku-Pack ist in Vorbereitung, heißt es. So bekäme der Schönling dann doch noch etwas Praktisches. In Weiß gefiele er uns allerdings noch besser. (Ralph Beuth)