RealNetworks geht unter die Piraten

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Der Aktienkurs ist im Keller, da kann es nicht schaden, die Totenkopfflagge zu  hissen: RealNetworks bringt für 30 Dollar ein Windows-Programm auf den Markt, das das Kopieren von DVDs für jedermann zum Kinderspiel machen soll.

Natürlich weist RealNetworks-CEO Robert Glaser in aller Öffentlichkeit darauf hin, dass man ein sehr verantwortungsvolles Produkt entwickelt habe – schließlich sei ja eine Menge Hürden aufgebaut, damit die DVD aus der Videothek nicht ruckzuck im Web landet.

So lässt sich mit RealDVD, wie die Software heißt, nur eine Kopie einer DVD machen, die sich allein auf dem Rechner abspielen lässt, auf dem sie entstanden ist. Zwar kann der User sich den Film auch auf bis zu fünf weiteren Computern ansehen; die müssen dann aber jeweils auch mit einer Version von RealDVD versehen sein, die es großzügig zum Rabattpreis von 20 Dollar gibt. Darüber hinaus wird das Kopieren von Blu-Ray-Scheiben nicht unterstützt.

Dass RealNetworks sich mit dem Produkt richtig platziert hat, wird in der Branche bezweifelt: Mit halbwegs vernünftigen Computer-Kenntnissen könne man sich ohnehin jeden Film aus dem Netz holen oder dort ein Programm besorgen, das das selbe kann wie RealDVD, aber nicht dessen Einschränkungen  habe.

Und auf der anderen Seite wird erwartet, dass die Filmindustrie auch nicht ohne weiteres zusehen wird, wie RealNetworks das Programm auf der eigenen Seite und bei Amazon in den Vertrieb bringt – was Hollywood derzeit von Aktionen abhält, ist offenbar der noch offene Ausgang eines Musterprozesses gegen den Anbieter eines Servers, mit dem sich Digital-Kopien erstellen und speichern lassen. [gk]

New York Times